Lebensretter
Das Weihnachtswunder in Mariahilf

Die Notfallsanitäter Repa, Gremel, Gatterbauer, Weinschenk und Grubacic (v.l.n.r.) mit Dietmar und Ursula (Mitte).
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  • Die Notfallsanitäter Repa, Gremel, Gatterbauer, Weinschenk und Grubacic (v.l.n.r.) mit Dietmar und Ursula (Mitte).
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Ein schicksalhafter Tag im Dezember 2018 stellte das Leben von Dietmar gehörig auf den Kopf.

MARIAHILF. Der Beruf eines Notfallsanitäters ist emotional sehr aufwühlend. Sie werden gerufen, wenn Notsituationen auftreten und schnelle Hilfe geleistet werden muss.

Kein Tag ist wie der andere, immer konfrontiert mit Krankheit, in den schlimmsten Fällen sogar mit dem Tod ihrer Patienten. Umso schöner und wichtiger ist es, die positiven Erlebnisse im Arbeitsalltag eines sogenannten "Retters" hervorzukehren.

"Man funktioniert nur"

Der Mariahilfer Dietmar konnte sich am eigenen Leib von der aufopfernden Hilfeleistung der Rettungssanitäter überzeugen. Am Sonntag, 9. Dezember 2018, brach er in seinem Wohnzimmer ohne Vorwarnung zusammen. Seine Frau rief geistesgegenwärtig 144. Nur Minuten später stürmten 14 Mann die Wohnung und retteten somit sein Leben. Jetzt, nach seiner vollständigen Genesung, wollen er und seine Gattin sich bei den Helfern bedanken. Die bz durfte bei diesem sehr emotionalen Treffen mit dabei sein.

"Man denkt nicht – in dieser Situation funktioniert man nur", so die Erinnerung seiner Frau Ursula. Als ihr Mann nach einem gemeinsamen Abendessen einfach auf dem Teppich zusammenbrach, wurde sie zur Ersthelferin. Am Telefon erklärte ihr ein Rettungssanitäter ganz genau, was sie wie machen müsse, bis die Rettung eintreffen würde. Nur wenige Augenblicke später, nachdem die Sanitäter ihren Mann versorgt, die Treppen hinuntergetragen und ins Krankenhaus gebracht hatten, erhielt sie die erschreckende Diagnose: Kammerflimmern, das zum Herzstillstand führte. Das Warum ist bis heute unklar.

"Es war alles ein Wunder"

Einige Tag lag Dietmar im Tiefschlaf. Als er seine Augen öffnete, realisierte er erst nicht, was genau mit ihm geschehen ist. Erst als ihm seine Frau die vergangenen Tage erzählte und er sich das Patiententagebuch, das vom Krankenhauspersonal geführt wurde, durchlas, erkannte er, wie viel Glück er gehabt hatte. Entlassen wurde er am 23. Dezember. Für ihn ein wahres Wunder.
Seither hat er einen neuen Begleiter, einen Defibrillator. Dieser sitzt direkt auf seiner Brust. Ein kleiner Kasten, der Unstimmigkeiten in seinem Herzen erkennt und bei Bedarf sofort handelt. "Ich musste mich natürlich erst daran gewöhnen, doch Einschränkungen habe ich keine", sagt Dietmar. Ihm und seiner Frau war es jedoch ein großes Anliegen, seinen Rettern ein großes "Danke" auszusprechen. "Ohne die ruhige Anleitung am Telefon und den schnellen Transport ins Krankenhaus wäre die Situation sicher anders ausgegangen", erzählt Ursula. noch immer mit leicht zittriger Stimme.

"Wir haben bis zu 200 Reanimationen im Jahr. Leider gehen sie sehr oft nicht gut aus. Doch jeder einzelne Mensch, der danach wieder ein normales Leben führen kann, zeigt uns, warum wir diese Arbeit eigentlich machen", erzählt Mathias Gatterbauer, einer der damals anwesenden Notfallsanitäter.

Autor:

Larissa Reisenbauer aus Wien

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