Rathaus Mattersburg
Entscheidung über Teilbebauungsplan wurde vertagt
- Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Mattersburg" erreichte mit der Vertagung des Gemeinrat-Punktes "Teilbebauungsplan" ihren ersten Erfolg
- Foto: Bürgerinitiative Lebenswertes Mattersburg
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Die Diskussion um den Bau des Mattersburger Rathauses geht weiter. Nun wurde eine Bürgerinitiative gegründet, welche Widerstand gegen die Teilbebauungspläne leistet. Die Entscheidung über diese wurde nun in der gestrigen Gemeinderatssitzung vertagt.
MATTERSBURG. Sieben Stockwerke, 28 Meter hoch, die Gebäude dicht an dicht, kaum Grünraum und viel mehr Verkehr - all das befürchtet die neu gegründete Bürgerinitiative "Lebenswertes Mattersburg" und teilt sich somit die Befürchtung mit der Volkspartei Mattersburg - wir berichteten. Bei der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde der Tagesordnungspunkt zum viel diskutierten Teilbebauungsplan von der Tagesordnung genommen - zur Freude der Bürgerinitiative.
"Wir freuen uns, dass die Entscheidung über das Pucher-Areal gestern von der Tagesordnung des Gemeinderates genommen worden ist", so Alexander Dworschak für die Bürgerinitiative "Lebenswertes Mattersburg", und weiter: "es ist eine Entscheidung von Bürgermeisterin Claudia Schlager, die unseren Respekt verdient."
"Vorliegende Teilbebauungsplan nicht tragbar"
Auch ÖVP-Stadtrat Thomas Haffer äußert sich zum Thema: "Viele Mattersburgerinnen und Mattersburger engagieren sich in der Bürgerinitiative und treten für unsere Stadt ein. Diesem Engagement verdanken wird es, dass heute kein Teilbebauungsplan im Gemeinderat beschlossen wurde und dafür gebührt jedem und jeder Einzelnen unser Dank. Als Volkspartei bleiben wir immer der starke Partner der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt."
"Der vorliegende Teilbebauungsplan ist so für uns nicht tragbar. Wesentliche Qualitäten des Siegerprojektes aus dem Architektenwettbewerb müssen umgesetzt werden und es dürfen nicht doppelt so hohe und dichtere Strukturen ermöglicht werden. So ein Teilbebauungsplan ist nicht verträglich für das Ortsbild und die Bevölkerung unserer Stadt", ergänzt Thomas Haffer.
- Auf dem Areal in der Michael-Koch Straße soll das neue Rathaus entstehen
- Foto: Jennifer Flechl
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"Verbreitung irreführender Informationen"
Seitens der Stadtgemeinde Mattersburg heißt es: "Die neu gegründete Bürgerinitiative hat sich leider vor den Karren spannen lassen und sich zur Verbreitung irreführender Informationen über das Areal in der Michael Koch-Straße verleiten lassen. Dabei möchten wir auch betonen, dass die Behauptung, das Siegerprojekt der Firma Nussmüller Architekten ZT GmbH würde nicht weiterverfolgt werden, falsch ist. Dem Siegerprojekt wurde von der Jury, bestehend unter anderem aus anerkannten Experten, dem Grundstückseigentümer und Vertretern der Stadtgemeinde ein Nachbesserungsauftrag erteil, der als Grundlage der Erstellung des Teilbebauungsplans herangezogen wurde."
"Ziel ist lebendige und nachhaltige Stadtentwicklung"
Ziel sei es "eine lebendige und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern, die die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in Einklang mit Umwelt- und Ressourcenschutz bringt. Wir setzen auf eine moderne Bebauung, die sich harmonisch in die bestehende Struktur einfügt und gleichzeitig leistbaren Wohnraum sowie attraktive öffentliche Räume schafft. Wir möchten einen zukunftsorientierten Stadtteil gestalten und die Chancen nutzen, die sich uns bieten", so Bürgermeisterin Claudia Schlager.
Pläne für das neue Viertel
- Im September 2022 wurden die ersten Pläne für das neue Viertel vorgestellt
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Im Fall des Areals in der Koch-Straße beinhalten die Ziele des Teilbebauungsplans unter anderem leistbaren Wohnraum zu schaffen, den Bau eines neuen Rathauses, einer Polizeiinspektion, eines Hotels sowie einer Parkplatztiefgarage. Das Areal soll großzügige Grün- und Freiflächen, sowie Durchwegungen aufweisen und eine hochwertige Gestaltung des öffentlichen Raumes, in einem modernen Stadtteil mit sinnvoller Durchmischung von Wohn- und Verwaltungsbereichen schaffen. Dafür ist eine ganzheitliche Herangehensweise notwendig, die sowohl die Bedürfnisse der Menschen als auch eine langfristige Umweltverträglichkeit berücksichtigt.
Informationsveranstaltung am 3. Juli
Am Montag, den 3. Juli um 19 Uhr lädt die Stadtgemeinde Mattersburg zur Informationsveranstaltung über den aktuellen Planungsstand der Areals in der Bauermühle.
Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Mattersburg" begrüßt die Informationsveranstaltung. Wobei sie aber davon ausgeht, dass die Bürgerinitiative davon ausgeht, dass es die Stadt nicht bei einer einmaligen Veranstaltung mit "Frontalunterrichts-Charakter" belassen will.
Forderungen der Bürgerinitiative
Aus Sicht der Bürgerinitiative soll jetzt ein Prozess aufgesetzt werden, der den Titel "Bürgerbeteiligung auch verdient". Dazu laut Dworschak erforderlich:
- 1. Größtmögliche Transparenz: am besten schon morgen, jedenfalls vor dem 3. Juli, soll die Stadt die Detailplanung öffentlich machen
- 2. Der Investor, die BWS-Gruppe, wird aufgefordert, die Umstände des Kaufes und den Kaufpreis für das Grundstück offen zu legen.
- 3. Planung der ersten Informationsveranstaltung am 3. Juli durch die Stadt im Einvernehmen mit der Bürgerinitiative, um einen strukturierten Ablauf beispielsweise auch eine neutrale "Moderation" zu gewährleisten.
- 4. Gleichzeitig soll in Absprache zwischen der Stadt, den Parteien im Gemeinderat und der Bürgerinitiative ein Prozess entwickelt werden, der den Weg der Entscheidungsfindung und die Ziele des Bürgerdialogs definiert.
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