Zum 80er
Gedenktafel am Gaudenzdorfer Gürtel 47 erinnert an Georg Danzer
- Mariella Pfoser, Managerin des Hotels „Das Gaudenzdorfer", Katharina Weninger, Franz Schwarz, Klaus Pfoser, Hauseigentümer, Wilfried Zankl (v.l.n.r.) bei der Enthüllung der Gedenktafel
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Der Wiener Liedermacher Georg Danzer wäre am 7. Oktober 80 Jahre alt geworden. Am Gaudenzdorfer Gürtel 47 wurde nun eine Gedenktafel enthüllt, die an den Austropop-Pionier erinnern soll.
WIEN/MEIDLING. "Am Gürtl staut si da Berufsverkehr. I hör a Straßenbahn von weit weit her. I steh beim Fenster und bin 14 Jahr und hättert so gern lange Haar". Mit dieser Zeile beginnt Georg Danzer sein Lied "Gaudenzdorfer Gürtel 47", das im Jahr 2005 auf dem Album "Von Scheibbs bis Nebraska" erschienen ist. Am 7. Oktober 2026 wäre Georg Danzer 80 Jahre alt geworden und genau an diesem Tag führt die Erinnerung zurück an jenen Ort, den er einst besungen hat.
Von 1946 bis 1965 wuchs der Austropop-Pionier am Gaudenzdorfer Gürtel in Meidling auf. Nun erinnert eine Gedenktafel an der Fassade des Jugendstilhauses an den großen Wiener Liedermacher.
Georg Danzer begann mit 13 Jahren Gitarre zu spielen und veröffentlichte 1969 seine erste Single „Vera“, ehe ihm 1975 mit „Jö schau“ der große Durchbruch gelang. Mit seinen Mundartliedern prägte er die österreichische Musikszene. Gemeinsam mit den Musikern Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich bildete er ab 1997 die erfolgreiche Formation Austria 3.
Danzer engagierte sich zudem sozial, unter anderem als Vorsitzender von SOS-Mitmensch, und erhielt für sein Lebenswerk den schweizerischen Radiospotpreis „Goldenes Ohr“. Nach seiner Abschlusstournee mit Austria 3 im Jahr 2006 und seinem letzten Auftritt in der Wiener Stadthalle am 16. April 2007 starb Georg Danzer am 21. Juni 2007 in Wien an einem Lungenkarzinom.
„Ein großer Sohn Meidlings“
Für Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) ist Danzer „ganz sicher ein großer Sohn Meidlings“. Dass er seine Verbundenheit mit dem Bezirk selbst in einem Lied verewigte, mache die neue Gedenktafel besonders passend.
Auch Landtagsabgeordnete Katharina Weninger (SPÖ), die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bei der Enthüllung vertrat, sieht Danzer als prägenden Teil der Wiener Kulturgeschichte. "Es ist einfach einer der Künstler, der nicht nur die Stadt prägt, sondern die Wienerinnen und Wiener in ihrem ganzen Leben prägt, weil er sie mitnimmt, weil er über sie singt, weil er natürlich auch auf Wienerisch singt", so Weninger. Seine Texte seien „heute relevanter denn je“, sagt Weninger – vor allem seine kritische und soziale Haltung.
Freund und Manager erinnert sich
Besonders persönlich wurde es mit Franz Schwarz, Danzers langjährigem Manager und Freund. „Für mich war der Georg Danzer mein bester Freund und ein Mensch, mit dem man ganz einfach über alles hat reden können, egal, was es war, ob das politisch oder privat war. Wir sind ganz einfach super miteinander ausgekommen", erzählt Schwarz.
- Franz Schwarz war Georg Danzers langjähriger Manager.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Was Danzer Wien hinterlassen habe? „Seine Lieder“, sagt Schwarz. Mehr als 500 seien es gewesen. Seine persönlichen Favoriten: „Das ist meine Frau“ und „Träumer“. Und was würde er Danzer zum 80er sagen? „Ich würde ihn ganz einfach umarmen und ihm ein Busserl geben.“
Kohlelager wird zur George’s Bar
Während oben an den Musiker erinnert wird, bekommt das Haus auch unten ein neues Kapitel. Genau ein Stockwerk unter Danzers ehemaliger Wohnung eröffnet die neue George’s Bar. Die Räume dienten einst als Kohlelager für die Heizung. Nach umfangreichen Umbauarbeiten gibt es dort nun zwei Salons, eine eigene Bar, Terrasse und einen direkten Zugang von der Straße. Die Bar ist kein öffentliches Lokal, sondern eine private Eventlocation, die komplett gemietet werden kann: für Feiern, Firmenveranstaltungen, Seminare, Konzerte oder Lesungen.
Das 1907 nach Plänen von Ignaz Reiser errichtete Haus verbindet Elemente der Wiener Secession mit neobarocken Formen. 2020/21 wurde die Fassade nach Originalplänen denkmalgerecht rekonstruiert. Heute befindet sich hier das Apartmenthotel „Das Gaudenzdorfer“, geführt von der Familie Pfoser.
Danzer ist übrigens nicht der einzige prominente Bewohner, an den das Haus erinnert: Seit 1995 gibt es eine Gedenktafel für den Schulreformer Otto Glöckel, der hier lebte und starb. Danzers Tafel hängt nun auf der anderen Seite des Eingangs.
Infos zur George's Bar unter georgesbar.at
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