Sorority
Solidarität macht Frauen stärker

- Mercan Sümbültepe (l.) und Magdalena Meergraf vom Verein Sorority sind überzeugt: "Solidarität kann viel bewirken."
- Foto: Sellner
- hochgeladen von Conny Sellner
Der Verein Sorority am Neubau bietet Frauen ein Netzwerk, das auf Zusammenhalt und Unterstützung setzt.
NEUBAU. "Bei uns ist jede Frau willkommen", so beschreibt Vorstandsmitglied Magdalena Meergraf das Motto von Sorority. Ein unabhängiger Verein, der Frauen vernetzt und bei ihren Anliegen solidarisch unterstützt.
Vor vier Jahren lernte die Journalistin den Verein bei einer Monatsversammlung kennen und war von Beginn an von der Atmosphäre begeistert: "Hier tauschen sich Frauen aus, erzählen ihre Erlebnisse und müssen sich dabei weder erklären noch rechtfertigen. Das ist ein geschützter Rahmen von Frauen für Frauen."
Startschuss im Wohnzimmer
Der Grundstein für Sorority, was übersetzt "Schwesternschaft" bedeutet, wurde 2014 bei einer Zusammenkunft von zehn Frauen in einem Wiener Wohnzimmer gelegt. Im Gespräch über eigene Erfahrungen bei der Jobsuche wurde schnell klar, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt und diskriminiert werden. "Sei es beim Gehalt, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch ganz einfach bei der Umsetzung von Ideen, die auch heute noch mehr Gewicht haben, wenn sie von einem Mann stammen", sagt Vorstandsmitglied Mercan Sümbültepe.
Sie selbst musste schon oft Erfahrungen mit Diskriminierung machen. Als Gastarbeitertochter und -enkelin arabischer und türkischer Herkunft gleich in mehrfacher Hinsicht. "In meinem Job als Fotografin ist es mir nicht erst einmal passiert, dass mein männlicher Assistent für den Chef und ich für seine Assistentin gehalten wurde", so Sümbültepe. Die Fotografin ist seit zwei Jahren eine "Sister". So werden die 900 Mitglieder bei Sorority genannt.
Werde eine Sister!
Für 30 Euro Unterstützungsbeitrag pro Jahr wird man eine "Sister" – mit dem Vorteil, an Workshops wie beispielsweise "Gehalt verhandeln" teilnehmen zu können. Mit den Beiträgen werden jedoch gerade einmal die Fixkosten gedeckt – alle Frauen im Vorstand arbeiten ehrenamtlich.
Zwei Wochen vor dem coronabedingen Lockdown wurde das heurige Jahresthema des Vereins präsentiert: "Care-Arbeit". "Das betrifft nicht nur Pflegepersonal, sondern auch Frauen, die sich beinahe selbstverständlich um Kinder oder Angehörige kümmern. Diese schlecht oder unbezahlte Arbeit wurde gerade während der Corona-Krise sichtbar", sagt Meergraf.
Stark durch Solidarität
Dahinter stecken gesellschaftliche Strukturen, die Frauen tendenziell benachteiligen. "Für eine einzelne Frau kann es herausfordernd sei, sich zu wehren. Durch die Solidarität bei Sorority fühlt man sich jedoch stärker und mutiger", so Sümbültepe.
Wie gut die Schwesternschaft funktioniert, beweisen viele Projekte und Kooperationen von Frauen, die im Rahmen der Treffen bereits entstanden sind. Wer den Verein kennenlernen möchte, kann jederzeit bei einer Monatsversammlung vorbeischauen. Der nächste Termin ist am 16. September. Details dazu gibt es unter www.sorority.at oder auf Facebook unter www.facebook.com/sorority.at
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