15.03.2017, 10:50 Uhr

Leitprojekt in Oberwart brachte neue Erkenntnisse für die Landwirtschaft

(Foto: zVg)

Am 14. März 2017 fand in Oberwart der erste Regionalworkshop des neuen Projektes „Zukunft Landwirtschaft“ statt.

OBERWART. Landesrätin Verena Dunst diskutierte gemeinsam mit Landwirten und Experten über neue, nachhaltig einkommenssichernde Wege für die burgenländische Landwirtschaft. „Landwirtschaft hat Zukunft, und wir werden sie gemeinsam erfolgreich gestalten“, gab Landesrätin Verena Dunst zu Beginn das Motto vor.

Aktuelle Situation

Die Herausforderungen im Agrarbereich betreffen vor allem den globale Wettbewerb zu teilweise unfairen Bedingungen (Stichwort Massentierhaltung), ruinöse Preise und die in Österreich immer noch vorherrschenden sehr traditionellen Strukturen in der Vermarktung. Diese Rahmenbedingungen lassen nur wenig Spielraum.
„Es gilt daher, sowohl neue Produkte als auch neue Betriebsformen und andere Vertriebswege zu entwickeln“, so Dunst. Neue Produkte bedeutet, dass sich die burgenländischen Landwirte vermehrt mit dem Anbau von traditionellen und gleichzeitig ‘trendigen‘ Sorten auseinandersetzen müssen. Für diese werden die Preise nicht auf Weltmärkten, sondern viel stärker regional bestimmt. Und die Großräume Wien und Graz bieten hier erstklassige Absatzchancen.

Modernes Berufsbild

Unter dem Begriff neue Betriebsformen wird vor allem darauf Bezug genommen, dass der traditionelle Landwirt als Berufsbild immer weiter abnimmt, gleichzeitig aber viele Menschen an einer Tätigkeit in der Landwirtschaft interessiert sind. Das umfasst sowohl Menschen, für die eine Landwirtschaft ein Standbein neben anderen darstellt und geht bis hin zu städtischen Aussteigern.

Weniger Bürokratie

Damit es für diese Formen der Landwirtschaft eine echte Chance gibt, muss es zu Entlastungen in der Bürokratie und im ‘Förderdschungel‘ sowie einem verbesserten Beratungsangebot kommen. Darüber hinaus müssen aber neue Formen der horizontalen und vertikalen Zusammenarbeit geschaffen werden, d.h. kooperative regionale Zusammenschlüsse von Landwirten oder aber auch neue Formen gemeinsamer Vermarktung.

Vertriebskanäle schaffen

Der letzte Schwerpunkt betrifft gezielt die Entwicklung zeitgemäßer Vertriebsformen, vom urbanen Gärtnern bis hin zu Online-Angeboten samt Zustellung bis hin in die Zentren. „Wir haben frisches Obst und Gemüse, aber auch Fleisch in erstklassiger Qualität anzubieten. Wir können diese Erzeugnisse auch weiter verarbeiten und gezielt Büros damit beliefern – als gesunde Alternative zu anderen Snacks. Und wir bedienen damit einen stark wachsenden Trendmarkt vor unserer Haustür, mit mehr als 2 Mio. potentieller Kunden. Diese Chance dürfen und werden wir nicht ungenützt lassen", sagt die Agrarlandesrätin abschließend.
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