Rotlicht-Alarm in der Felberstraße

In den Grätzeln des 15ten Bezirks ist das Problem mit der Straßenprostitution  noch lange nicht zur Zufriedenheit der Anrainer geregelt
  • In den Grätzeln des 15ten Bezirks ist das Problem mit der Straßenprostitution noch lange nicht zur Zufriedenheit der Anrainer geregelt
  • Foto: Riedmüller
  • hochgeladen von Monika Kickenweiz

(mr). „Seitdem die Gemeinderatswahlen vorbei sind, ist die Situation wieder um einiges schlimmer geworden“, sagt Gabriele Schön. Mit der Bürgerplattform Felberstraße engagiert sie sich gegen den Straßenstrich. Wie für viele andere Anrainer ist für sie die Situation in den vergangenen Jahren und Monaten eskaliert. Nun, da es laut Schön wieder weniger Polizeipräsenz gebe, sei es noch extremer geworden. Und nun soll in der Felberstraße auch noch ein Rotlicht-Club, der derzeit geschlossen ist, wiedereröffnet werden – mit neuer Barkonzession. Der Tropfen, der für viele Anrainer das Fass zum Überlaufen bringt.

So ein Lokal ziehe viele Straßenprostituierte an, sagt Schön. Da drinnen nicht angebahnt werden dürfe, würden sich die Frauen auf der Straße verteilen. Für die Anrainer hätte das sehr unangenehme Folgen, wie die Erfahrung mit Lokalen dieser Art zeige. „Wenn ich mit meinen Kindern zur Schule gehe, komme ich bald an fünf Rotlicht-Bars vorbei“, sagt Schön. Auch die Lärmbelästigung sei eine große Belastung. Außerdem werden Frauen, die im Grätzel wohnen, oft selbst von Freiern angesprochen.

Zu verhindern ist die Eröffnung des Lokals nicht, auch wenn der Bezirk Einspruch erhob. „Wir können die Genehmigung aber nur verzögern, verhindern können wir sie leider nicht“, sagt SP-Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal. Denn rechtlich gesehen seien den Behörden die Hände gebunden. Derzeit seien die Möglichkeiten beschränkt, sagt auch die Chefin der Bezirks-Grünen Birgit Hebein, die sich schon seit Langem mit dem Problem auseinandersetzt. „Mit einem neuen Bordellgesetz wäre eine Lösung einfacher“, erklärt Zatlokal. Auch Hebein hofft, dass schon bald eine wienweite Lösung kommen wird. „Wichtig ist, dass keine Regelung ohne die Betroffenen geschafft werden kann.“ Die Grünen fordern außerdem Laufhäuser, um den Straßenstrich zumindest einzudämmen. FP-Gemeinderat Dietbert Kowarik kritisiert die derzeitige Regelung ebenfalls: „Dass gerade in diesem Gebiet Prostitutionsanbahnung erlaubt ist, zeigt die Schwäche und Ungerechtigkeit der Zonenregelung.“

Für die Anrainer ist eine Lösung der Situation dringender denn je. Ende November läuft das Pilotprojekt im Bezirk aus, das den Straßenstrich auf zwei Straßen begrenzen hätte sollen. Der Erfolg blieb bisher aus. Nun soll über ein neues Gesetz gesprochen werden. „Wichtig ist, die Straßenprostitution von der Bevölkerung zu entflechten“, sagt Zatlokal. Auch Schön hofft, dass die – eventuell rot-grüne – Stadtpolitik das Problem in naher Zukunft angeht. Ihr sei wichtig, dass sich die Szene stärker verteilt. „Es ist vor allem die Dichte der Lokale, die große Probleme erzeugt.“

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