15.11.2016, 00:00 Uhr

"Petri Heil" seit 136 Jahren

Präsident Franz Kiwek
 studiert die Aufzeichnungen aus 1891 - dahinter ganz besondere historische Angelruten

Die traditionsreiche Österreichische Fischereigesellschaft hat sich im 14. Bezirk angesiedelt.

PENZING. Die Österreichische Fischereigesellschaft lenkt seit 1880 die Geschicke der Angelfischerei in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark. "Mehr als 3.100 Mitglieder fischen in unseren Gewässern", so Präsident Franz Kiwek. "Uns ist das Naturerlebnis Fischerei wichtig und dass mit der Natur und den Beständen schonend umgegangen wird – und niemals nur der sportliche Ehrgeiz."
Im August 2016 übersiedelte man von den beengten Räumen in der Inneren Stadt in die Kienmayergasse 9. Dort sind jetzt die Schätze des Vereins – Angelruten, Fischerkarten, Jahrbücher und Nachschlagewerke aus 136 Jahren – ausgestellt. Kiwek ist in Hadersdorf-Weidlingau aufgewachsen und wie der langjährige Vizepräsident Peter Benesch ein waschechter Penzinger.

Der Verein blickt auf einen lange Geschichte zurück. "1880 sahen die hauptsächlich adeligen Grundbesitzer durch die beginnende Industrialisierung ihre Gewässer und den Fischbestand gefährdet", so der Präsident. Die Vereinsziele haben sich bis heute nicht geändert: Die Hauptaufgabe des Vereins ist neben der Pachtung und dem Ankauf von Revieren die optimale Bewirtschaftung. "Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn unsere Gewässer wieder ihren Lebensraum zum Atmen erhalten", so Kiwek. Natürliche Ufer sollen erhalten werden, die Fische müssen Wehranlagen frei passieren können und Jungfische müssen Schutz vor der Schifffahrt und vor Hochwässern finden. "Diese Arbeit ist eine Voraussetzung für die Artenvielfalt und den Fischreichtum."

"Platzhirsch" in Wien

"In Wien bewirtschaften wir seit 1880 an der Alten Donau 160 Hektar Wasser mit rund 400 Anglern." Das Revier umfasst das gesamte alte Donaubett von Floridsdorf bis zum Stürzlwasser, einschließlich des Wasserparks und des Kaiserwassers. Das Angeljahr beginnt an der Alten Donau am 1. März. Der Fischfang ist vom Ufer und vom Boot aus erlaubt. Karpfen, Hechte, Schleien, Welse und Aale sind hier in großer Zahl vorhanden. Außerdem gibt es Zander, Barsche und vieles mehr. Jedes Jahr werden kapitale Fänge gemeldet: Welse bis zu 60 Kilo oder Karpfen mit mehr als 20 Kilo. Aber Achtung: Der Besitz einer amtlichen Fischer- oder Gastkarte für das Bundesland Wien ist Pflicht. Kurse dafür bietet der Verein an.

Einladung an die Schulen

Um das Fischen auch den Kindern näherzubringen, plant der Verein einige Vorträge. "Das sehen wir als unseren gemeinnützigen Bildungsauftrag", so Kiwek. Termine einfach anfragen.

Zur Sache:

Die Österreichische Fischereigesellschaft betreut österreichweit 47 Reviere mit insgesamt 439 Kilometern Flusslänge sowie 20 Raub- und Friedfischreviere mit einer Wasserfläche von nahezu 1.672 Hektar. Infos: oefg1880.at
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