Gottes Werk und Fledis Beitrag

Kreatives Projekt: Walter und Herta Hauser, Christine Artmayr, Silvia Zweimüller und Franz Kogler vom FA Schöpfungsverantwortung mit Maskottchen "Fledi" und dessen fruchtbaren Hinterlassenschaften.
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  • Kreatives Projekt: Walter und Herta Hauser, Christine Artmayr, Silvia Zweimüller und Franz Kogler vom FA Schöpfungsverantwortung mit Maskottchen "Fledi" und dessen fruchtbaren Hinterlassenschaften.
  • hochgeladen von Eckhart Herbe

Wenn engagierte Christen begeistert von ihren geflügelten Schützlingen im örtlichen Gotteshaus erzählen, denken viele sicher an den Heiligen Geist als Taube oder auch pausbäckige Barockengerl. Doch ein St. Georgener Pfarrausschuss hat ganz andere Wesen im  Fokus: Sein Einsatz gilt dem Schutz einer Fledermauskolonie im Presbyterium der Kirche und fällt in mehrfachem Sinn auf fruchtbaren Boden.

2015 veröffentlichte Pabst Franziskus seine Umweltentzyklika „Laudato Si“. Ganz in seinem Sinn ist Bewusstseinsbildung für Naturschutz und Demut vor der Schöpfung auch Ziel des 2017 gegründeten Fachausschusses (FA) "Schöpfungsverantwortung". Das Thema soll in jeder Ausgabe des Pfarrbriefes präsent sein.
Es war schließlich ein durch  Dracula und Hexengeschichten völlig zu Unrecht verufenes Tier, das zum Maskottchen der St. Georgener wurde. "Fledi" - possierlicher Vetreter einer Kolonie von Mausohr-Fledermäusen, die zwischen Frühlings- und Herbstbeginn im Kirchendachboden lebt. "Jährliche Zählungen der Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung (Infos unter www.fledermausschutz.at) gab es schon länger. Es hat uns alarmiert, dass die große Kolonie von früher 200 auf aktuell nur mehr 35 erwachsene Tiere gesunken ist", erzählt FA-Obfrau Herta Hauser. Die 60jährige Altenbetreuerin, vierfache Mutter und Oma eines Enkerls ergriff mit ihrem Mann Walter und vier weiteren Idealisten die Initiative. Anfangs zur großen Verwunderung des Pfarrvolks -"was haben Fledermäuse bitte mit Kirchenaufgaben zu tun?" -, später mit dessen zunehmenden Respekt.

Fledermauskolonie zahlt tierische Kirchensteuer

Fledis Anliegen haben einen Fixplatz im Pfarrbrief erobert. Seit einer ungewöhnlichen Aktion seiner Beschützer haben er und seine Freunde viele Herzen erobert. Denn die Kolonie im Presbyterium ist im wahrsten Sinne des Wortes goldeswert: Fledermauskot liegt an manchen Stellen zentimeterhoch im Dachgewölbe und ist  bei Gartenfreunden als Dünger hoch begehrt.
"Das wär doch was für euch, hat ein Kollege aus dem Pfarrgemeinderat eher scherzhaft gemeint", erinnert sich Herta Hauser. Doch das Team machte ernst: Gemeinsam mit einer Fledermausexpertin und einigen Freiwiligen wuchtete es im November 2017 Werkzeug über steile Leitern und schmale Laufstege, erntete mit Staubmasken und Stirnlampen ausgerüstet in schweißtreibender Arbeit über 90(!) Kilo Fledermauskot. Dem folgten Aufbereitung und Vertrieb, den der Ausschuss gleich auch zum Lobbying für "seine" Mausohren vewendet: Abgefüllt in handliche Päckchen inklusive Infozettel zum Projekt wird die in Naturalien erbrachte Kirchenmiete der Kolonie bei verschiedenen Anlässen erfolgreich verkauft. Der Erlös fließt zurück in Ausschussprojekte und unterstützt die Sanierung am Kirchendachboden. Herta Hauser und ihre Mitstreiter sind sich einig: "Fürchten müssen sich unsere Schützlinge vor Menschen und nicht umgekehrt. Fledermäuse sind wunderbare Vertreter unseres Ökosystems und vom Aussterben bedroht. Ihre Anwälte und Sprachrohre zu sein - auch das ist praktiziertes Christentum!"

Wo: Linzerstraße 8, Linzer Str. 8, 4222 Sankt Georgen an der Gusen auf Karte anzeigen

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