Schwierige Obmannsuche beim Spilberg-Verein
Hilferuf: Starke Ritter braucht die Burg!

"Der weitere Erhalt von Spilberg braucht tatkräftige Funktionäre und Helfer im Verein - sonst stirbt das Projekt", appelliert Obmann Wilhelm Wolkerstorfer.
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Seit 2013 haben die „Freunde der Burgruine Spilberg“ unglaubliche 19.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert, um eine der größten und markantesten Burgruinen in OÖ vor dem endgültigen Verfall zu bewahren. Nun gefährden Personalsorgen den Weiterbestand dieses kulturhistorischen Vorzeigeprojektes. Vor allem die Nachfolgersuche für den aus Gesundheitsgründen scheidenden Obmann Wilhelm Wolkerstorfer blieb bislang erfolglos. Findet sich nicht bald eine Lösung, dann ist der Verein von der Auflösung bedroht, die weitere Rettung der Burg akut gefährdet.

LANGENSTEIN. "Das ist sie, unser steinernes Herzenskind, unsere Mission", sagt Willi Wolkerstorfer emotional und weist auf die markanten Mauern, gekrönt von einem 37m hohen Turm, auffällige Landmarke im weitläufigen Augebiet zwischen Mauthausen und Luftenberg. Alleine in dessen Widerherstellung - alle Zwischendecken und Treppen im Inneren waren eingestürzt - stecken tausende Arbeitsstunden, sogar ein Leader-Projekt der EU haben die Burgretter dafür erfolgreich aufgestellt und umgesetzt.

"Für die wichtigsten Montage- und Hubarbeiten hatten wir bei aufkommendem Wind einen 100-Tonnen Autokran im Burghof. Wohl war mir bei den pendelnden Lasten nicht mehr. Kaum vorstellbar, wenn einer der Maurer auf der Turmkrone getroffen worden wäre", erzählt der Vereinsobmann. Der Blick geht weit ins Land, von Westen grüßt unter saharastaubbedingt besonders orangen Abendhimmel St. Georgen, östlich Mauthausen, direkt gegenüber am anderen Donauufer liegt Enns.

Ohne neuen Vorstand droht Vereinslauflösung

Aktuell trüben dunkle Wolken den Vereinshimmel. Dringend gesucht sind Funktionären für den Vereinsvorstand. Obmann Willi Wolkerstorfer - er übernahm nach dem plötzlichen Tod von Ferdinand Naderer die Agenden - schreibt in einem aktuellen Mail an die rund 300 Mitglieder:
"Wir haben massiver Nachwuchsprobleme. Im März 2021 endet die Funktionsperiode des Vereinsvorstandes, Neuwahlen stehen an. Ich muss mein Amt aufgrund einiger schwerer chronischer Erkrankungen aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen. Krankheits- oder altersbedingt scheiden weitere Vorstandsmitglieder ebenfalls aus ihre bisherigen Funktionen.

Auch in der kleinen, schlagkräftigen Arbeitsgruppe vor Ort sind manche ehrenamtliche Helfer bereits zwischen 70 und 80 Jahre alt. Der Burgverein existiert seit März 2013, hat über 300 Mitglieder und steht wirtschaftlich auf soliden Beinen. Einer Verlängerung des noch bis 2023 laufenden Pachtvertrages um weitere 10 Jahre steht nichts im Wege. Aber ohne eine engagierte Gruppe von Funktionären und ehrenamtlichen Helfern kann es nicht funktionieren! Wenn es nicht gelingt, bis zur Jahreshauptversammlung - voraussichtlich Ende März 2021 - einen neuen Obmann und Funktionäre zu finden, muss der Verein aufgelöst und abgewickelt werden!"

Frauen, Männer und interessierte Jugendliche, die sich der Mission Spilberg als Obmann bzw. -frau, Funktionäre oder anpackende Helfer bei der Burgsanierung stellen wollen, sind also dringend gesucht. Obmann Wilhelm Wolkerstorfer informiert Interessenten gerne. Telefon- Mail- und Social Mediakontakt auf der nachstehend angeführten Vereinshomepage bzw. Facebookseite.

Burgrettung in letzter Minute

Das weitläufige "aufgeräumte"  Burgareal dokumentiert, wie viel Idealismus, Zeit und Geldeinsatz seit 2013 investiert wurde. Innerhalb nur eines Jahres rodeten die Burgretter Jahrzehnte alte Bäume, entfernten Sträucher aus den Mauern und sicherten diese vor dem Einsturz. Seit etwa 900 Jahren besteht Spilberg nun. Wahrscheinlich existierte hier schon in der Römerzeit ein Wachturm gegenüber des Lagers Lauriacum. Die Burg lag einst direkt an der Donau, ehe diese sich ein neues Bett suchte.

Nach wechselvoller, von vielen Besitzern geprägter Geschichte wurde sie im 18. Jahrhundert aufgegeben und verfiel seither langsam. Der immer dichtere Bewuchs beschleunigte gerade in den vergangenen Jahrzehnten das Zerstörungswerk der Natur massiv.
Quasi in letzter Minute, ab 2011, nahmen sich die Langensteiner Herbert Topolanek, Ferdinand Naderer, Robert Hofstadler und Gerhard Neugschwandtner des markantesten Bauwerks der Gemeinde, das erst 1997 durch einen Gebietstausch mit Enns "mühlviertlerisch" wurde, an.

19.000 Arbeitsstunden und 200.000 Euro eingebracht

Im März 2013 erfolgte die Gründung des Erhaltungsvereines „Freunde der Burgruine Spilberg“. Ferdinand Naderer wurde erster Obmann. Nach intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit der Besitzerfamilie Krassay (diese wurzelt u.a. in den Adelsgeschlechtern Thurn und Taxis, Weissenwolff und Mensdorff-Puilly) wurde Anfang April 2013 ein zehnjähriger Pachtvertrag mit dem Ziel, Spilberg zu retten, wirtschaftlich und kulturell beleben und geschichtlichen, baulichen und kulturellen Hintergrund in (über)regionalen Projekten zu vermitteln, unterschrieben. 

19.000(!) freiwillige Arbeitsstunden und 200.000 Euro aus verschiedensten Quellen haben die Vereinsmitglieder seither eingebracht und Beeindruckendes erreicht. Rund 25 Personen kümmern sich vor Ort um das Areal, wobei das Kernteam für die Burgsanierung und Ruinenpflege etwa 10 Personen umfasst. Während des mittels EU-Leaderförderung umgesetzten Turmprojektes waren insgesamt gut 60 Personen im Einsatz. Der Vereinsvorstand, samt Referenten und Beiräte besteht aus 20 Personen.


Ausführliche Projektinformationen

Eine umfassende, sehr gut aufbereitete Doku zur Burg, deren Sanierung und zum Verein mit hunderten Bildern findet sich auf der Vereinshomepage www.spilberg.at sowie auf der Facebook-Seite www.facebook.com/spilberg.at

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