04.11.2016, 16:05 Uhr

Ein Erste-Hilfe-Kurs der besonderen Art

(Foto: ÖRK, Bezirksstelle Perg)

162 Schutzsuchende werden derzeit im Bezirk Perg vom Roten Kreuz betreut. Sieben berufliche Mitarbeiterinnen sind in neun Quartieren in Allerheiligen, Katsdorf, Münzbach, Naarn, Saxen und Windhaag dafür angestellt.

BEZIRK PERG. Die Asylwerber leben in unterschiedlich großen Wohngruppen zusammen. In diesen Haushalten sind kleinere Unfälle und Verletzungen – wie überall anders auch – an der Tagesordnung: beim Kartoffelschälen in den Finger geschnitten, beim Fußballspielen den Knöchel verstaucht oder beim Dreiradfahren umgekippt; auch „größere“ Sachen wie Kreislaufkollaps oder Herzinfarkt können natürlich vorkommen. Um in diesen Fällen gerüstet zu sein, entwickelte das Rote Kreuz mit Bezirkslehrsanitäter Marc Hofer einen Erste-Hilfe-Basiskurs, der auf die speziellen, auch sprachlichen Bedürfnisse dieser Menschen zugeschnitten ist.
Da ist der 32-jährige Jawad aus Afghanistan, der mit Frau und Kind hier und von Beruf Damenschneider ist: „Wir lernen heute was ich tun muss, wenn es stark blutet“, erklärt er. Einen festen Verband anlegen und Füße des Patienten hochlagern! Und die junge Mutter Fazila, die mit ihrem dreijährigen Sohn Mohammed ebenfalls aus Afghanistan geflohen ist: Eifrig probiert sie die stabile Seitenlagerung, die bei Bewusstlosigkeit anzuwenden ist. Der Kleine, der mit ist, will indessen auch fotografiert werden und drängt sich charmant vor die Linse.
Die knapp 20 Kursteilnehmer kommen neben dem genannten Land aus Pakistan, dem Iran, dem Irak, aus Nigeria und Kamerun – eine äußerst bunte Gemeinschaft mit unterschiedlichsten Schicksalen.
Highlight der Schulung ist die Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung an Reanimationspuppen: zu „Yellow Submarine“ und dem „Radetzky-Marsch“ wird im richtigen Takt gedrückt und geblasen. Ein Besuch der Rettungsleitstelle rundet den sehr informativen Nachmittag ab.

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