13.11.2017, 12:21 Uhr

Käfer bedrohen Pielachtals Wälder

Lokalaugenschein: Umgeschnittene Borkenkäfer-Bäume in einem Waldstück im Pielachtal. Achten Sie als Waldbesitzer auf Hinweise!

Der trockene Sommer begünstigt die Verbreitung des Borkenkäfers. Ein Pilz bedroht weiterhin den Eschenbestand.

PIELACHTAL (ag). Erst Ende August gab die Bezirkshauptmannschaft in einer Ausschreibung bekannt, dass Borkenkäfer unsere Wälder im Bezirk verwüsten und dass ein Pilz die Eschen massiv bedroht. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob sich eine dritte Generation an Borkenkäfern durchsetzen kann und die prekäre Situation noch weiter verschärft. Die Bezirksblätter fragten nach.

3. Generation bleibt aus

Heinz Piglmann, Bezirksforsttechniker gibt bekannt: "Zu ihrer Anfrage kann ich feststellen, dass insgesamt die Schadenssituation bei Borkenkäfern derzeit auf Grund der niedrigen Temperaturen nicht weiter fortschreitet. Eine 3. Generation hat sich in unserem Bezirk nicht fertig entwickelt und wird wohl über den Winter ausfallen. Trotzdem sind die Schäden über dem normalen Jahresdurchschnitt, aber deutlich weniger drastisch als im Waldviertel."
Der Blick ins nächste Jahr lässt die Pielachtaler Waldbesitzer aber sicherlich nicht aufatmen, denn "für 2018 ist unabhängig vom Wetter mit einer hohen Schadensbelastung zu rechnen, da sehr viele Käfer aus der 2. Generation bereits voll entwickelt in die Winterruhe gehen. Der weitere Verlauf übers Jahr ist dann wieder wetterabhängig", so Piglmann.

Eschensituation prekär

Die Esche kommt entlang von Wasserläufen, in Parks und Gärten und in Wäldern vor. Im Pielachtal beträgt das Eschenvorkommen in den Wäldern rund 10 Prozent.
"Seit 2005 macht ein eingeschleppter Schadpilz den Bäumen zu schaffen", erklärt Experte Piglmann. Das Gefährliche bei dieser Krankheit ist das häufige Umkippen ganzer Bäume, denn "insgesamt verläuft das Absterben sehr schnell. Je dünner der Stamm und je kleiner die Pflanze desto schneller." Die Schwierigkeit bei dieser Thematik liegt einerseits darin, dass man unbedingt den Schutz der Menschen (vor allem als haftender Waldbesitzer) wahren muss, gleichzeitig aber alles tun muss, um die Esche als ökologisch wertvollen Baum zu schützen. Bei Fragen können Sie sich an das Fachgebiet Forst der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten unter 02742/9025 37615 wenden. "Es kann jedem Eschenbesitzer (auch im Garten) nur empfohlen werden, den Baum gründlich und oft zu kontrollieren bzw. kontrollieren zu lassen und bei Anzeichen der Zweigdürre oder bei dunklen Flecken im Bereich des Wurzelanlaufs den Baum aus Sicherheitsgründen zu entfernen", heißt es seitens der Bezirkshauptmannschaft.

Wussten Sie dass

...Sie als privater Waldbesitzer bei Nichtentfernen von Käferbäumen mit einer Geldstrafe von 7.270 Euro oder mit Arrest von vier Wochen bestraft werden.
...wöchentliche Begehungen Ihres Waldes notwendig sind, um einen Überblick zu bewahren.
...Verfärbungen im Kronenbereich, herabfallende Rinde, Einbohrlöcher und braunes Bohrmehl Indizien für einen Befall sind.
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