13.03.2017, 12:26 Uhr

Mischwald bietet Sicherheit

Friedrich Hardegg im Hardegg`schen Urwald mit unter Naturschutz stehenden " Zauberbaum" mit Moos, Farnen und seltenen Flechten

Pielachtaler Friedrich Hardegg spricht über die Herausforderungen der modernen Forstwirtschaft.

PIELACHTAL (rg). Dass das Leben der alten Holzknechte kein Zuckerschlecken war, ist allseits bekannt. Sie waren bei Wind und Wetter den ganzen Tag in der Natur und verrichteten Knochenarbeit. Friedrich Hardegg von der Isbary'schen Güterdirektion in Schwarzenbach erklärt, dass in der Vergangenheit nur durch das Vorantreiben der Mechanisierung, dem steigenden Druck der Arbeitskosten und niedrigere Holzpreise standgehalten werden konnte. "Heute jedoch verfügt die Forstwirtschaft über Motorsägen, Seilbahnen, starke Traktoren und Harvester, aber leider über immer weniger Mitarbeiter."

Nachhaltige Bewirtschaftung

Hardegg ist sich sicher: "Für die Zukunft wird es eine Herausforderung sein unter geänderten klimatischen Bedingungen die Produktivität unseres Waldes aufrecht zu erhalten und trotzdem unserem hohen Anspruch an eine nachhaltige Bewirtschaftung gerecht zu werden. Dank jahrhundertelanger verantwortungsvoller Nutzung unseres Waldes wird nur so viel Holz geerntet wie nachwächst. So ist auch für zukünftige Generationen sichergestellt, dass die Wohlfahrtswirkung des Waldes erhalten bleibt." Die Zusammensetzung des Waldes im Pielachtal reicht vom Auwald über den Schluchwald bis hin zu Buchenwäldern beim Ötscher: "Ich denke, der typische Pielachtaler Wald war ursprünglich ein Mischwald mit einem deutlichen Laubholzüberhang." Um verschiedene Bedrohungen für unsere Wälder zu minimieren erklärt der Pielachtaler: "Die Nachhaltigkeit ist das Grundprinzip des österreichischen Forstgesetzes. Gut durchmischte standortgerechte Waldbestände bieten Sicherheit, dass es nicht zum Ausfall ganzer Bestände kommt, wie es momentan beim Eschensterben zu beobachten ist."

Erhaltung der Artenvielfalt

Im Wald von Fiedrich Hardegg wird auf generationenübergreifende Waldwirtschaft gesetzt: "Wir bewirtschaften unseren Wald in dem Bewusstsein, dass wir heute das Holz ernten, das unsere Großväter gepflanzt haben und erst unsere Enkel die Bäume nutzen können, die wir heute setzen. Ich bekenne mich klar zur wirtschaftlichen Nutzung unseres Waldes." Ein weiteres wichtiges Anliegen für den Grundbesitzer ist die Erhaltung und Verbesserung der Artenvielfalt: "Die Rückkehr ausgestorbener Tiere und der Erhalt gefährdeter Arten, wie des Schwarzstorchs, des Auerwilds und Birkwilds, ist ein Erfolg, auf den wir besonders stolz sind.

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