"ElektroMobil Pressbaum" steht in den Startlöchern

Stadtrat und Umweltgemeinderat Fritz Brandstetter, ElektroMobil-Fahrer Dieter Wedermann, ElektroMobil-Obmann Johannes Maschl und Umweltgemeinderat Michael Sigmund.
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PRESSBAUM. Kürzlich wurde im Pressbaumer Rathaus zu einer ersten Projekt-Besprechung zum Thema "Elektro-Vereins-Taxi" geladen. Vorbild für einen solchen Vereins-Fahrtendienst ist die Nachbargemeinde Eichgraben. Gemeinderat Johannes Maschl aus Eichgraben, Obmann von "ElekroMobil Eichgraben", war zu Gast und berichtete über das Konzept.

Der letzte Kilometer heim

"Der Bedarf war da. Die Leute kommen aus Wien oder St. Pölten mit der Bahn raus, aber der letzte Kilometer heim hat gefehlt", meinte Johannes Maschl. Daher wurde, nach ausführlicher Konzept-Erarbeitung, ein Elektroauto gemietet und der gemeinnützige Verein ElektroMobil Eichgraben gegründet. Mitglieder des Vereins können seither um 19 Euro pro Monat als Passagier die Fahrtendienste des Elektromobils innerhalb des Gemeindegebiets nutzen – von Montag bis Samstag von 7:30 Uhr bis 22:30 Uhr.

Unterwegs mit Strom

Der Verein ElektroMobil Eichgraben zählt zur Zeit mehr als 140 Mitglieder, davon rund 80 Passagiere und rund 60 Fahrer. Das E-Auto, ein Renault Zoe Intens, wird derzeit noch um 900 Euro pro Monat gemietet, die durch die monatlichen Beiträge der Vereinsmitglieder, also der Passagiere und Fahrer, gedeckt werden.
Durch die Verwendung eines Elektromobils wurden bei 1.500 Fahrten alleine in den ersten zwei Monaten 350 Liter Treibstoff eingespart. Mit 100 Kilometer realistischer Reichweite des Renault Zoe Intens reicht es üblicherweise aus das E-Mobil tagsüber zwei bis drei Mal nur kurz und über Nacht lange aufzuladen, berichtete Dieter Wedermann, Elektromobil-Fahrer der ersten Stunde und seit Kurzem Pressbaumer.

Keine Gelegenheitsfahrten, nur Mitglieder

"Nicht-Mitglieder dürfen das Elektromobil nicht nutzen – und wir machen keine Gelegenheitsfahrten, wir fahren nur nach Abruf", erklärte Johannes Maschl. Fahrten müssen daher auch rechtzeitig vorher gebucht werden. So käme man örtlichen Taxi-Betreibern nicht in die Quere, zudem seien die von Beginn an im Prozess eingebunden gewesen. "Und es hat sich gezeigt dass die Leute deswegen nicht aufhören Taxi zu fahren, es spricht eine ganz andere Schicht an", berichtete Johannes Maschl. Auch dem öffentlichen Verkehr käme man in keinster Weise in die Quere, da es sich vielmehr um einen Zusatz als einen Ersatz handle und auch als solcher genutzt werde.

Ausreichend Fahrer-Bereitschaft

Die freiwilligen Fahrer des Elektromobils übernehmen im Durchschnitt monatlich rund ein bis zwei Fahrten-Schichten zu je drei Stunden. Pro Woche müssen insgesamt 30 Schichten zu je drei Stunden besetzt werden. Ein weiterer Benefit: Fahrer zahlen im ElektroMobil Eichgraben bloß 5 Euro monatlich, Passagiere 19 Euro. "Seit 14. Jänner war nur zehn Stunden lang kein Betrieb. Es gibt eine sehr gute Bereitschaft von Fahrerinnen und Fahrern", erzählte Johannes Maschl. Diese müssen jedoch zuvor eine kurze Fahrerausbildung in der Fahrschule Neulengbach absolvieren.

Wirtschafts- und Soziale Impulse

In weiterer Folge setze das ElektroMobil Eichgraben auch Wirtschaftsimpulse, betonte Johannes Maschl: "Die örtliche Wirtschaft soll damit nicht umgebracht werden, sondern es soll ein Wirtschaftsimpuls gesetzt werden.", erklärte Johannes Maschl. Immerhin bringe man nun wieder Leute zu örtlichen Betrieben, die diese Möglichkeiten zuvor aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht hatten. Dies sei auch ein ganz wesentlicher sozialer Aspekt, betonten Johannes Maschl und Dieter Wedermann: "In 40 Jahren Eichgraben habe ich nicht mal die Hälfte der Leute kennengelernt wie jetzt – und das obwohl ich in Vereinen aktiv war", so Wedermann. Denn durch das Elektromobil, das gleichermaßen von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen wie auch älteren Personen genutzt wird, ergäben sich für viele Passagiere Mobilitäts-Möglichkeiten, die sie zuvor nicht hatten. "So können zum Beispiel Eltern auch wieder Eltern sein und nicht mehr nur Chauffeure", erklärte Johannes Maschl scherzhaft.

Pressbaum will Grenzen überschreiten

"Wenn wir das machen müssen wir auf jeden Fall die Gemeinde-Grenzen überschreiten", überlegte der Pressbaumer Stadtrat und Umweltgemeinderat Fritz Brandstetter, dass man in jedem Fall den Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum einbinden müsse. Derzeit wird in Pressbaum überlegt Mitgliedschaften für erwachsene Mitfahrer künftig um 25 Euro, für Fahrer um 10 Euro und für ganze Familien um 50 Euro anzubieten, noch sind aber keine Details fixiert.
Ein Kernteam will das Projekt nun vorantreiben. Wer sich aktiv engagieren will wendet sich an: verein@elektromobil-pressbaum.at oder wirft einen Blick auf die Website: Elektromobil Pressbaum.

In einem Beitrag des ORF-Magazins "Heute leben" (Stand: ca. Mitte Jänner) wurde das ElektroMobil Eichgraben bereits genau unter die Lupe genommen:

Stadtrat und Umweltgemeinderat Fritz Brandstetter, ElektroMobil-Fahrer Dieter Wedermann, ElektroMobil-Obmann Johannes Maschl und Umweltgemeinderat Michael Sigmund.

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