Ausstellung: Füssener Stadtmauer Tore und Türme

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Wann: 20.01.2012 13:00:00 bis 18.03.2012, 16:00:00 Wo: Museum, Lechhalde 3, 87629 Füssen auf Karte anzeigen

Sonderausstellung im Museum der Stadt Füssen

Als vor genau 200 Jahren - 1812 - alle Stadttore mit Ausnahme des Bleichertores und des Augsburger Torturmes im Stadtmauerrings Füssens geschliffen wurden, war dies ein sichtbares Zeichen für den Aufbruch in eine neue Zeit.

Denn seit dem hohen Mittelalter war eine Stadtbefestigung wesentlicher Bestandteil jeder deutschen Stadt. Spätestens mit der Stadterhebung Füssens Ende des 13. Jahrhunderts wurde um Füssen eine erste Wehrmauer errichtet, die kurz nach 1313 durch drei hohe Tortürme verstärkt wurde. In der Blütezeit Füssens um 1500 erfuhr die Stadt eine räumliche Erweiterung, die durch einen weiteren Mauerring integriert wurde.

Zunächst hatte die Stadtbefestigung eine reine Schutz- und Wehrfunktion nach außen. Wehrtechnische Schwachstelle im Befestigungsring stellten die Tore dar, die aber durch den Bau von Türmen über dem Tor und durch die Anstellung von Torwärtern ausgeglichen wurde.

Der Torwart war für den Schließdienst und die Zolleinnahmen zuständig. Niemand durfte unkontrolliert die Stadt betreten oder verlassen. Somit erfüllte das Schließen der Tore auch eine Funktion der Selbstkontrolle der städtischen Gesellschaft. Die Freizügigkeit des Einzelnen war nach unserem heutigen Empfinden extrem eingeschränkt, das Verhalten des Einzelnen leicht überprüfbar.

Doch daneben spielte das Repräsentationsbedürfnis auch eine bedeutende Rolle. Besonders die Tortürme markierten über ihre Höhe und Gestaltung herrschaftliches Selbstbewusstsein, was besonders gut am Augsburger Torturm abzulesen ist.

Nicht nur dass durch die Feuerwaffen Stadtmauern wehrtechnisch völlig überflüssig wurden, sondern auch der Prozess der Individualisierung des Menschen ließ eine Befestigung und Abschottung nach außen überflüssig werden.

So wurden Anfang des 19. Jahrhunderts Stadtmauer und Stadttore als Anachronismen zum Fortschritt betrachtet. Ihre Baulast versuchte sich die Kommune möglichst schnell mit Abbruch oder Verkauf von Mauerabschnitten an Private zu entledigen.

Ausstellungsdauer:
20.01. bis 18.03.2012
Öffnungszeiten:
Freitag bis Sonntag 13.00 bis 16.00 Uhr

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