Quelle ist versiegt
Dramatisches Fischsterben am Greither Weiher
- Der Greither Weiher ist beinahe ausgetrocknet - für den Fischbestand eine Katastrophe.
- Foto: Waibl
- hochgeladen von Evelyn Hartman
Die anhaltende Trockenheit macht auch vor dem Greither Weiher zwischen Zöblen und Tannheim nicht halt. Die Quelle, die den idyllisch gelegenen Fischteich speist, ist versiegt. Für Pächter Thomas Waibl bedeutet das eine dramatische Situation: Der Wasserstand sinkt, der Sauerstoff wird knapp und bereits zahlreiche Fische sind verendet. Mit einer Notabfischung versucht er nun, den verbliebenen Bestand zu retten.
TANNHEIM (eha). Die Fischerhütte liegt idyllisch am Greither Weiher und ist seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Angler. Seit der zweiten Saison führt Thomas „Tom“ Waibl den Betrieb, der im Besitz des Fischereivereins Tannheimer Tal ist. Mit viel Leidenschaft kümmert er sich um die Fischerhütte und den Fischteich. Doch heuer wird die Freude an seinem Beruf von einer großen Sorge überschattet.
Bereits vor rund sechs Wochen machte Waibl in einem Facebook-Beitrag auf die schwierige Situation aufmerksam. Der Wasserzulauf zum Teich war zu diesem Zeitpunkt bereits stark zurückgegangen. Mittlerweile ist die Situation noch dramatischer: Seit rund zwei Wochen ist der Zulauf vollständig versiegt.
Dabei liegt der Greither Weiher unmittelbar an der Vils. Gespeist wird der Teich allerdings nicht vom Fluss. Das Wasser stammt ausschließlich aus Hangsickerwasser und einer Quelle – und genau diese wichtige Wasserzufuhr ist nun ausgeblieben.
Von einer Tonne auf 350 Kilogramm
Normalerweise befinden sich rund eine Tonne Fischbesatz im Teich. Aktuell sind es nur noch etwa 350 Kilogramm. Rund 100 Kilogramm Fisch sind bereits verendet. „Das ist ein Drama“, beschreibt Waibl die Situation. Nicht nur für die Fische, sondern auch für seinen Betrieb. Denn der Fischbestand ist unmittelbar mit dem Gastrobetrieb verbunden. „Das ist ein Rattenschwanz“, sagt der Pächter. Im Vergleich zum Vorjahr fehlen ihm mittlerweile rund 1,5 Tonnen Fischbesatz.
Um das Fischsterben noch zu verhindern wurde als Notfallmaßnahme ein Teichbelüfter eingesetzt. Er bringt Sauerstoff ins Wasser und soll den Fischen das Überleben bei den schwierigen Bedingungen ermöglichen. Auch die zwischenzeitlichen Regenfälle sorgten kurzfristig für eine leichte Entspannung. Nachhaltig verbessert hat sich die Lage dadurch allerdings nicht.
Notabfischung als letzter Ausweg
Schweren Herzens entschied sich Waibl deshalb für eine Notabfischung, um möglichst viele der noch verbliebenen Fische aus dem zunehmend problematischen Gewässer zu holen und ihnen damit bessere Überlebenschancen zu geben.
Zugleich hat der Pächter nach eigenen Angaben bereits bei verschiedenen Stellen um Unterstützung ersucht – konkrete Hilfe sei bislang allerdings ausgeblieben. „Keiner fühlt sich so recht angesprochen“, schildert Waibl seine Erfahrungen.
Für ihn ist die Situation besonders belastend, weil viel Herzblut in der Fischerhütte steckt. Der Fischteich ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Betriebes, sondern auch das Herzstück des beliebten Ausflugsziels.
Hoffnung auf Regen
Wie es weitergeht, hängt nun wesentlich von der Witterung ab. Ohne neuen Wasserzufluss bleibt die Lage angespannt. Waibl bleibt deshalb vor allem eines: die Hoffnung auf ausreichend Niederschlag. Nur dann besteht die Chance, dass sich die Situation nachhaltig entspannt und dem Fischteich eine noch größere Katastrophe erspart bleibt.
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