TVB-Obmann Walter Barbist:
"Dritte Schließung wäre das Schlimmste!"

TVB-Obmann Walter Barbist legte Zahlen eines außergewöhnlichen Jahres vor. | Foto: Reichel
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TANNHEIMER TAL (rei). 15 Mitglieder anwesend, die Sitzung in 50 Minuten abgehandelt. Berichte wurden per E-Mail verschickt, anstehende Beschlüsse im Vorfeld gefasst. Die diesjährige Vollversammlung des Tourismusverbandes Tannheimer Tal war wirklich außergewöhnlich.

Sitzung war "Pflichtprogramm"

"Mehr als ein 'Pflichtprogramm' war nicht möglich", sagt Obmann Walter Barbist.
Gerne hätte er vor einer großen Zuhörerschaft über jenes  Jahr berichtet, das so anders war, als alles, was man bisher erlebt hat. Das Tourismusjahr 2020 hatte stark begonnen, wurde durch den ersten Lockdown am 15. März 2020 jäh gestoppt, und bescherte den Touristikern im Hochtal dann aber in den Sommermonaten Rekordzahlen. Auch der Herbst entwickelte sich zunächst vielversprechend, bis mit der Reisewarnung Deutschlands die nächsten Corna bedingte "Vollbremsung" kam.
All das konnte Barbist jetzt nicht persönlich vor einer großen Zuhörerschaft präsentieren, aber die Zeit wird kommen: "Wenn sich die Lage entspannt hat, gibt es Vermieterversammlungen. Dann haben wir Zeit für Diskussionen und zum Austausch."

Nächtigungsminus lag bei 21,7 Prozent

Das zu Ende gegangene Tourismusjahr bescherte dem Hochtal ein Minus von insgesamt 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  "In Anbetracht des teilweisen Totalstillstandes und der vorzeitig abgedrehten Wintersaison sind wir noch gut bedient", bilanziert Walter Barbist.
Die Zeiten sind schwierig: "Wir sind alle ferngesteuert. Die Saisonen sind unplanbar." Die Tourismusbranche sitze einfach am "kürzeren Ast". Wichtig wäre eine länderübergreifende Reisefreiheit, die gibt es aber nicht. Die Quarantäneverordnungen der einzelnen Staaten seien am Ende das "K.O.-Kriterium" schlechthin.

Viele Stornos, wenige Buchungen

Walter Barbist hat als Tourismusobmann schon viel erlebt, ebenso als Hotelier. Er ist Senior-Chef des Hotel Tyrol in Haldensee und eröffnete vor fast exakt einem Jahr das neue Hotel "Haldensee" in Haller, das von der Tochter geführt wird. In seinen Hotels erlebt er die Auswirkungen der von den diversen Staaten verhängten Maßnahmen hautnah. "Wir haben derzeit kaum Buchungen, dafür viele Stornos", kann er berichten. Die Gäste seien vorsichtig geworden.

Die strengen Vorgaben für die Branche belasten diese schwer. Walter Barbist steht grundsätzlich aber dahinter, denn: "Das Schlimmste, das uns passieren könnte, wäre eine dritte Schließung. Besser, wir starten später richtig durch, als dass wir zu Weihnachten alles voll haben und Ende Jänner ist dann wieder alles dicht."
Die von der Regierung am Mittwoch verkündeten Maßnahmen entsprechen diesbezüglich den Einschätzungen von Walter Barbist. Auch im Vorstand und bei den Funktionären des TVB herrsche diese Meinung vor. Es mache eben keinen Sinn, "jetzt mit Hängen und Würgen aufzusperren um dann wieder alles abzudrehen. Das wäre die schlechteste aller Lösungen!"

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