Ramona Rief im Portrait
Frauenpower in der MK Nesselwängle
- Frauen als Dirigentinnen sind noch immer in der Minderzahl. Bei der Musikapelle Nesselwängle ist das anders. Hier hören alle auf das Kommando von Ramona Rief.
- Foto: privat
- hochgeladen von Evelyn Hartman
NESSELWÄNGLE/TANNHEIM (eha). Ramona Rief ist 31 Jahre alt, und in Sachen Musik kann ihr niemand etwas vormachen. Den Chor „Vielsaitig“ hat sie mit 16 Jahren gegründet, und bei der Musikkapelle Nesselwängle gibt sie seit vier Jahren den Takt an. Des Weiteren ist sie Mitglied der Hausmusik "Tannheimer Saitenklang".
Umfassende Ausbildung
Ramona begann ihre musikalische Karriere mit dem klassischen Blockflötenunterricht beim Lehrer Spieß in der Volksschule Tannheim. Gleichzeitig besuchte sie eine Privatschule, an der sie Keyboard und Gitarre lernte. Mit 13 Jahren trat Ramona der Musikkapelle Tannheim bei. Mit 16 Jahren begann sie an der Musikschule Reutte dann die Ausbildung auf der Posaune, „weil bei der Musikkapelle Not am „Mann“ war“, wie sie erzählt. Mit 21 Jahren kam dann schließlich noch die Harfe dazu.
Kapellmeisterin und Stabführerin
Zu der Position Kapellmeisterin sei sie gekommen "wie die Jungfrau zum Kind": Die Musikkapelle Nesselwängle war vor vier Jahren ohne musikalischen Leiter. Ich hatte gerade meine zweijährige Ausbildung zum Kapellmeister mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Nach reiflicher Überlegung übernahm ich die ehrenvolle Aufgabe, die Kapelle zu leiten. Anfangs hatte ich gemischte Gefühle, aber die Musiker standen vom ersten Takt an hinter mir." 2019 absolvierte Ramona noch die Stabführerausbildung an der Musikschule Reutte. Seither marschiert sie an der Spitze der Musikkapelle.
Die 31-Jährige engagiert sich gemeinsam mit Nadine H. auch sehr in der Jugendarbeit. Sie organisierten einen „Schnuppertag“ an der Volksschule, bei dem die Kinder die verschiedenen Instrumente ausprobieren konnten. Einige junge Musikanten sind seither in der Ausbildung. Mit nunmehr knapp 30 aktiven Musikanten und Marketenderinnen sieht sie die Kapelle auf einem guten Weg.
Geprobt wird derzeit einmal pro Woche, da am 18. April 2020 das Frühjahrskonzert ansteht. In solchen Phasen zeigen alle MusikerInnen große Disziplin. „Ich versuche immer das Beste aus meiner Musikkapelle herauszuholen, aber ich stelle dabei die Ansprüche nicht zu hoch, sonst wirkt das demotivierend. Auch wenn mal ein schiefer Ton kommt, nehme ich das nicht so streng“, sagt Ramona. Das Miteinander und die Freude an der Musik stehen für sie im Vordergrund.
Tannheimer Saitenklang
Neben ihrer Tätigkeit als Kapellmeisterin ist Ramona mit der Stubenmusik „Tannheimer Saitenklang“ bei verschiedenen Anlässen im Einsatz. Gemeinsam mit ihrer Mutter Doris (Kontrabass), Tante Rosa Martina (Gitarre, Klarinette, Flöte), Sabine Müller (Hackbrett) und Sonja Vrtel (Hackbrett, Flöte) spielt sie traditionelle Hausmusik mit ganz viel Herzblut. Auch ihre Kinder sind sehr musikalisch. Sebastian, der älteste Sohn, spielt seit drei Jahren Schlagzeug, und Rebecca, acht Jahre alt, lernt seit fast vier Jahren Geige. Theresa ist mit zwei Jahren noch zu klein, um ein Instrument zu lernen.
Besonderen Dank will Ramona ihrer Familie aussprechen. Bei all ihren Vorhaben wurde sie stets von ihnen unterstützt und bestärkt. Darüber hinaus betreuen sie auch oft ihre Kinder und halten Ramona so den Rücken frei, damit sie ihrer musikalischen Leidenschaft nachgehen kann.
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