Primaria Gertrud Beck rät zu viel Bewegung

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REUTTE. Das effektivste und kostengünstigste „Wundermittel“ im Kampf gegen das Älterwerden ist: die Bewegung. Gut gegen sämtliche Wehwehchen, lindert bzw. verhindert sie sogar Krankheiten. Als besonders geeignete sportliche Betätigung gilt das schnelle Gehen. In Anbetracht der angenehmen Herbsttemperaturen die Gelegenheit, am besten noch heute damit anzufangen.
Dank regelmäßiger Bewegung kann der Abbauprozess des Alterns aktiv beeinflusst, d.h. verlangsamt werden: Herz und Lunge werden gestärkt sowie die Atmung und Fettverbrennung verbessert. Sportliche Betätigung stärkt außerdem die Muskulatur und führt zu einer Entlastung des Skelettsystems – dies wirkt wiederum dem Knochenabbau entgegen. Zudem wird die Beweglichkeit der Gelenke und die Gehirndurchblutung verbessert, was einerseits zu mehr Bewegungssicherheit und andererseits zu mehr Konzentration, Koordination und Orientierung beiträgt.
„Unsere Erfahrungen dokumentieren eindeutig, dass Rückenerkrankungen, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit verbundenen Risikofaktoren bei sportlichen Menschen seltener auftreten, als bei Bewegungsmuffeln. Im Blutfettprofil zeigt sich beispielsweise in Folge von Sport ein Ansteigen des so genannten ,guten’ Cholesterins (auch als HDL bezeichnet), das die Gefäßwände vor Ablagerungen schützt und eine Verringerung des ,bösen’ Cholesterins (= LDL), das eine sehr große Rolle bei der Entstehung von Ablagerungen in den Wänden der Blutgefäße spielt. Das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, Schlaganfälle und Altersdiabetes ist daher stark vermindert. Auch im Kampf gegen den Krebs kann durch regelmäßige sportliche Betätigung einiges unternommen werden. So schützt Sport beispielsweise vor Dickdarmkrebs, vor Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs!,“ möchte Prim. Dr. Gertrud Beck, Leiterin der Abteilung für Innere Medizin des BKH Reutte zu mehr sportlicher Aktivität ermuntern.
Trotz der positiven Effekte, die eine sportliche Aktivität mit sich bringt, nimmt die Zahl der Personen, die regelmäßig Sport treiben, mit zunehmenden Alter ab. Statt dessen dominieren sitzende Tätigkeiten. Prim. Beck dazu: „Um der eigenen Bequemlichkeit keine Chance zu geben, plädiere ich vor allem für schnelles Gehen: Dies ist an jedem Ort einfach durchzuführen und kann auch von gesunden 80-Jährigen noch betrieben werden. Wichtig dabei ist, dass Sie sich nicht verausgaben, denn nur so kommt Ihnen die positive Wirkung von Sport zugute und Ihr Körper verbrennt Fett als Energiequelle. Bevor Sie richtig loslegen ist es ganz wichtig, den Körper zuerst richtig zu dehnen und bewegungsfähig zu machen. Auch am Ende des Walking-Trainings sollte nicht abrupt aufgehört, sondern langsam das Tempo verringert werden, damit der Kreislauf wieder in den Normalzustand zurückfinden kann. Idealerweise sollte am Morgen, noch vor dem Frühstück, gewalkt werden, da zu dieser Zeit die Luftqualität am besten und der Körper am wirkungsvollsten gereinigt werden kann.“
Außerdem führt regelmäßiges schnelles Gehen zu mehr Ausgeglichenheit und Konzentrationsfähigkeit sowie zu weniger Müdigkeit und Zerstreutheit. Gerade schnelles Gehen wirkt angstlösend und hat einen antidepressiven sowie entspannenden Charakter.
Um nachweisbare positive Effekte für die Gesundheit zu erzielen, wird empfohlen, an mindestens drei Tagen pro Woche eine halbe Stunde körperlich aktiv sein. „Und vergessen Sie nicht: auch wer sich erst im höheren Alter bei bisher überwiegend inaktivem Lebensstil zu sportlicher Bewegung motivieren kann, erzielt noch positive Einflüsse auf die Gesundheit. Sport führt sogar bei bereits vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu maßgeblichen Verbesserungen. Kommt nämlich Bewegung ins Blut, kann oft Schlimmeres verhindert werden. Es ist also nie zu spät, das Wundermittel ‚Bewegung’ in Anspruch zu nehmen!“, so die erfahrende Medizinerin abschließend.

Autor:

Günther Reichel aus Reutte

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