20.08.2015, 13:19 Uhr

Das "Frauenbrünnele"

(Foto: privat)
REUTTE. Das „Frauenbrünnele“ ist eine Mariahilf-Kapelle und steht in der Nähe des ehemaligen Steinölabbaues am Wege zum Plansee. Sie ist eine beliebte Wallfahrtsstätte, wo Gläubige Bittstellungen und Dankesgebete verrichten und wird von Einheimischen und Gästen aus dem benachbarten Allgäu häufig aufgesucht.
Im Jahre 1821 löste der Bauer und Steinhauer Andreas Wiedemann aus Breitenwang das Gelübde ein, mit eigenen Händen eine Muttergottes Kapelle zu erbauen. Er war nahe daran, den Verstand zu verlieren, wurde jedoch während des Kappelenbaues wieder gesund. Die Bürger von Breitenwang und Reutte unterstützten ihn bei der Errichtung der Gebetstelle mit Baumaterial, Fuhrlohn, Dienstleistungen und Geld.
Die kleine, ebene Lichtung mit der Quelle bot sich den Wanderer von alters her zu erquickender Rast an. Vor der Errichtung der Kapelle stand an diesem Ort eine Bildnissäule mit dem in der Kapelle noch stehenden Marienbild. Im Jahre 1993 wurde das „Frauenbrünnele“ renoviert. Durch den Abfluss des Plansees entstanden Schäden durch Nässe, die nicht mehr behoben und das Bauwerk trocken gelegt werden konnte. Gläubige und Besucher der Gebetsstelle entschlossen sich nach reiflichen Überlegungen die alte Kapelle abzubrechen, einen Hügel aufzuschütten und an der gleichen Stelle hochwassersicher eine Neue zu erbauen. Diese wurde nun von vielen Heimischen in Fronschichten nach dem Vorbild der alten Kapelle errichtet. Ausdruck volkstümlicher Frömmigkeit ist der Altaraufsatz mit gesprengten, hochgezogenen Giebel und plastischem Schmuck aus der Entstehungszeit. Er trägt inmitten eines Rundmedaillons mit aus Blech getriebenen Wolken und einem metallenen Strahlkranz vertieft eingesetzt das Marienbild. Das Gnadenbild „Maria-Hilfe“ in einem versilberten Biedermeier-Holzrahmen stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist in Öl auf Holz gemalt.
Es ist eine Nachbildung des berühmten Originals von Lukas Cranach im Dom zu St. Jakob in Innsbruck.
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