06.09.2016, 16:00 Uhr

Der Hauptbahnhof ist sein Reich

Peter Leitner geht gern auf die Bahnkunden zu und zeigt ihnen den Weg zum richtigen Bahnsteig und den Zügen.

Seit zehn Jahren arbeitet Peter Leitner am "besten Bahnhof Österreichs" und unterstützt Bahnreisende.Seit zehn Jahren arbeitet Peter Leitner am "besten Bahnhof Österreichs" und unterstützt Bahnreisende.

SALZBURG (lg). Für ihn ist der Salzburger Hauptbahnhof mehr als nur der offiziell "beste Bahnhof Österreichs", zu dem ihn die Fahrgäste beim VCÖ-Bahntest kürten: Peter Leitner feierte im Sommer sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Mitarbeiter bei Mungos am Salzburger Hauptbahnhof.

"Cool und funktionell"

Für den 67-Jährigen ist der Bahnhof "cool, umtriebig und funktionell. Ich sage immer er ist eine europäische und regionale Drehscheibe. Egal, in welche Richtung man fahren möchte, Salzburg ist ein eisenbahntechnischer Knotenpunkt", erzählt Leitner, der seit dem Bahnhofsumbau als Security- und Informationsmitarbeiter am Bahnhof tätig ist. "Früher war ich auch als Ausfahrer für die ÖBB und für Werttransporte zuständig, an meiner jetzigen Arbeit gefällt mir aber vor allem der direkte Kontakt mit den Menschen. Jeder Tag ist anders und man trifft Bahnkunden aus aller Welt, das hat etwas Internationales", erklärt Leitner, der meist in der Bahnhofshalle oder auf den Bahnsteigen unterwegs ist, um den Reisenden mit Auskünften zur Seite zu stehen.

"Die Ruhe bewahren"

"Wenn ich merke, dass jemand suchend herumläuft oder schon zum dritten Mal auf die Anzeigentafel mit den Abfahrtszeiten schaut, dann gehe ich auf denjenigen zu und frage, ob ich weiterhelfen kann. Die meisten sind froh über diese Hilfe, manche reagieren auch abweisend, aber das ist auch okay", so Leitner, der auch beim Hochwasser im Juni 2013 im Sondereinsatz war. "An diesem Tag hätte ich eigentlich frei gehabt, aber ein Kollege hat mich angerufen, dass sie Hilfe brauchen. Da sind Tausende Menschen in Salzburg gestrandet und wir hatten alle Hände voll zu tun, ihnen den Weg zu den Ersatz-Bussen zu zeigen oder Hotel-Gutscheine auszuteilen, wenn eine Weiterfahrt nicht möglich war. Man muss die Ruhe bewahren, das ist das Um und Auf." Die Ruhe bewahrt hat der sympathische ÖBB-Mitarbeiter auch bei der bisher größten Herausforderung seiner Dienstzeit: der großen Flüchtlingswelle, die vor rund einem Jahr den Salzburger Hauptbahnhof wochenlang beherrscht hat. "Von einen Tag auf den anderen war plötzlich alles anders. Da konnte man gar nicht lange nachdenken, was man tut, man tut es einfach. Viele der Flüchtlinge haben die Hilfe dankend angenommen, ich habe versucht, die Informationen zu den Bussen und Zügen weiterzugeben und gut mit den Freiwilligen Helfern der Einsatzorganisationen zusammenzuarbeiten", erinnert sich Leitner, den seine Reisen bereits in den Libanon und nach Syrien geführt haben. "Ansonsten verbringe ich meine Urlaube aber gern ruhiger, in Kärnten am See und zum Wandern. Und ich bin sehr an Geschichte interessiert, vor allem der Kulturhistorische Bereich interessiert mich", erzählt Leitner, der in Fridolfing lebt und fast 15 Jahre bei einer Blasmusikkapelle war.
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