Aufgeräumt mit Irrtümern
- Ist Joggen schlecht für die Gelenke? Diesem Gesundheits-Mythos kann man getrost den Laufpass geben.
- hochgeladen von Philipp Pöchmann
BEZIRK. Im Laufe der Jahre haben sich einige Gesundheitsirrtümer und medizinisches Halbwissen in den Alltag geschlichen. Weisheiten, die seit Generationen kursieren, sollen nun auf den Prüfstand.
Leopold Auer ist Allgemeinmediziner in Purgstall und kann aufklären, was es mit so manchen Halbwahrheiten auf sich hat.
Erkältungen ausschwitzen
Ein Mythos, der sich schon lange hält, ist die Behauptung, dass sich Erkältungen ausschwitzen lassen. "Das ist ein Märchen, das von früher kommt. Schwitzen zeigt nur, dass das Fieber zurückgeht. Aber durch das Schwitzen selbst wird man nicht gesund, es ist nur eine Folgeerscheinung", so der passionierte Purgstaller Arzt.
Joggen auf Asphalt
Am besten läuft man am Waldboden, das sagt man zumindest so und alles andere wäre schlecht für die Gelenke.
Das kann Leopold Auer nicht bestätigen: "Wie immer macht die Dosis das Gift. Ich laufe selbst seit 40 Jahren auf Asphalt und Schotterboden und nicht nur am Waldboden. Wichtig ist das richtige Schuhwerk und eine langsame Steigerung, schließlich muss sich der Körper daran gewöhnen."
Acht Stunden Schlaf, bitte
Wie viel Schlaf man benötigt, ist individuell verschieden. "Es gibt Leute, die kommen mit fünf Stunden Schlaf auch aus. Aber für die meisten sind sieben bis acht Stunden ein guter Richtwert." Entscheidend ist aber nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Qualität.
Optimale Wundheilung
Beim Thema Wundheilung spalten sich die Gemüter in das Pflasterlager und die Frischluftverfechter. "Dass die Wunde an der frischen Luft besser heilt, ist mittlerweile überholt. Es gibt sogar moderne Wundverbände, die die Heilung beschleunigen. Außerdem schützen Verbände oder Pflaster vor Infektionen", so Leopold Auer. Einzig die Kruste bildet sich schneller an der frischen Luft. Erst wenn die Wunde keine Feuchtigkeit mehr abgibt, ist das Pflaster überflüssig.
Und der letzte Mythos in der Runde: Zwei Liter Wasser pro Tag sollten es schon sein. Das stimmt aber nur teilweise. Dem stellt sich wieder die Individualität der Menschen in den Weg. "Die Niere tut sich natürlich leichter, wenn man mehr trinkt. Aber man muss die zwei Liter nicht apodiktisch einhalten. Auch durch die Nahrung nimmt man schon einiges an Flüssigkeit zu sich. Es ist auch hier eher ein Richtwert", so der Arzt.
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.