31.10.2016, 12:28 Uhr

Alarm: 11.000 Lkw pro Werktag auf A4

Auch die Zahl der Unfälle mit Lkw auf der Ostautobahn und der S1 haben sich in den vergangenen Jahren erhöht.

Um bis zu 2,3 Prozent hat der Schwerverkehr auf der Ostautobahn zugenommen. Der VCÖ schlägt Alarm.

2 Millionen 138 Tausend Lkw wurden heuer allein in den ersten neun Monaten auf der Ostautobahn gezählt. Ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres. Bei der Zählstelle Schwechat-Ost auf der S1 war der Zuwachs mit 1,8 Prozent zwar knapp schwächer, dafür hat die Braustadt den meisten Verkehr in der Region mit knapp zweieinhalb Millionen Lkw von Jänner bis September und damit umgerechnet mehr als 12.500 Lastern pro Werktag.
Die Zunahme des Lkw-Verkehrs wird auch ein wachsendes Problem für die Verkehrssicherheit. Laut deutschem Bundesamt für Güterverkehr ist bereits bei jedem vierten Lkw der Fahrtenschreiber manipuliert, die Ruhezeiten werden nicht eingehalten. "Mit der Missachtung der Vorschriften werden die Kosten gesenkt, was all jene Transportunternehmen benachteiligt, die sich an die Regeln halten. Und gleichzeitig werden das Leben und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel gesetzt. Übermüdung erhöht das Unfallrisiko um ein Vielfaches", sieht VCÖ-Experte Markus Gansterer die Notwendigkeit von deutlich mehr Lkw-Kontrollen und bei Verstößen für höhere Strafen für Transportunternehmen. Denn – auch die Unfälle auf Autobahnen, in denen Lkw verwickelt waren, haben dramatisch zugenommen.
Die Asfinag führte zwar wie zu Allerseelen ein großangelegtes Planquadrat auf dem Kontrollplatz in Bruck durch. Da ging es aber hauptsächlich um die Winterbereifung der Ost-Lkw, die bei Wintereinbruch spätestens auf der Außenringautobahn für ein alljährliches Chaos sorgen. Gegen die Steigerung des Lkw-Verkehrs wird politisch nur wenig unternommen. Gansterer: "Als Transitland leidet Niederösterreich zudem darunter, dass es auf EU-Ebene noch immer keine Mindestmaut für Lkw gibt. Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr in der EU nur einen Bruchteil der Kosten, die er verursacht. Die Lkw-Fahrten quer durch Europa sind damit zu billig, was wiederum zur Zunahme des Lkw-Verkehrs führt."

Güter auf die Schiene

Laut VCÖ sind betriebliche Gleisanschlüsse stärker zu fördern, damit Güter direkt vom Betrieb auf die Schiene kommen. Auch braucht es stärkere Anreize, damit neue Betriebsstandorte in der Nähe von Gleisanlagen errichtet werden.
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