Einfach gut gelebt!

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Am 2. Juli 2015 fand am Wiener Landesgericht der Prozess wegen Veruntreuung von Geldern aus dem Erlös von Getränkeautomaten in der Autobusgarage Leopoldau statt. Der damalige Dienststellenobmann, Herr Heinz F., gestand die Veruntreuung von EUR 42.500,27 und nahm die Strafe von 10 Monaten, bedingt auf drei Jahre, demütig an. Er sagte der Richterin, ihn hat der Teufel geritten und er hat einfach über seine Verhältnisse gelebt.

Zur Vorgeschichte: Herr Heinz F. übernimmt Mitte 2009 in der Autobusgarage Leopoldau den Vorsitz als Dienststellenobmann der FSG (Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter). Bei der Übernahme inbegriffen waren 11 Kaffee- und 9 Getränkeautomaten, für die es pro Heißgetränk 10 Cent und pro Kaltgetränk 5 Cent Rückvergütung gab. Anfangs zahlte die Betreiberfirma diese Rückvergütung mit Gutscheinen an Herrn Heinz F. aus. Dann wurde die Auszahlung plötzlich in Bar vorgenommen und Herr Heinz F. zahlte das Bargeld dann einfach auf sein privates Sparkonto ein.

Neben zahlreichen Sitzungsgeldern aus Gewerkschaft und Betriebskrankenkasse auch noch Gelder veruntreut! Hat ihm wirklich der Teufel geritten oder hat er einfach nicht genug bekommen?

Diese "Kaffeegelder" sollten eigentlich wieder der Belegschaft zugutekommen, egal in welcher Form. Jedoch gibt und gab es keine Aufzeichnungen oder Rechnungen über die Verwendung dieser Gelder. Aufgeflogen ist diese Veruntreuung nur, weil im Mai 2014 die Kollegenschaft in der Autobusgarage Leopoldau genug von den roten Machenschaften hatte und bei den Personalvertreterwahlen endlich einen politischen Wechsel wollten. So wurde die Liste der "Freiheitlichen Arbeitnehmer" unter Werner Stepanowsky erster und stellte ab nun den Dienststellenobmann. Dadurch flog die ganze Geschichte mit den Kaffee- und Getränkeautomaten erst auf. Da der neue Dienststellenobmann eine ordentliche Übernahme anstrebte, wollte die Verträge sowie Rechnungen einsehen, da ja immer ein großes Geheimnis um die Kassa gemacht wurde. Wie man sieht, nicht ohne Grund, denn wäre die Wahl wieder anders ausgegangen, so würde Herr Heinz F. noch immer gut mit dem Geld der Belegschaft leben, wie er selbst bestätigte?

Auf einmal war es ein Vergehen einer Einzelperson und gehöre nicht mehr der FSG an.

Dass diese Praktiken scheinbar auf allen Dienststellen praktiziert werden und es bis dato keine einzige Offenlegung dieser, garantiert vorhandenen, Kaffeegelder erfolgte, löst natürlich Spekulationen aus. Zumal doch recht merkwürdig auf die Aufdeckung des Verbrechens seitens der Firma reagiert wurde. So wurden z.B. Werner Stepanowsky die Automatengeschäfte ganz untersagt und in die Hände des Unternehmens gelegt. Detail am Rande: der Kaffeepreis blieb gleich und die Rückvergütung kassiert jetzt das "arme" Unternehmen!!! Ob davon die Belegschaft etwas zu Gesicht bekommt, darf schwer bezweifelt werden. Fakt ist und bleibt: bei der einzigen "Blauen" Dienststelle verwaltet nun das Unternehmen die Automaten, auf allen anderen Dienststellen mit FSG Mehrheit jedoch nicht. Das heißt, verliert die ROTE Gewerkschaft Einfluss, springt eben das ROTE Unternehmen für diese ein.

Ein Schelm, der hier Böses denkt.

Autor:

Alfred Krenek aus Simmering

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