Flattnitz
Alpinpolizei mahnt zu mehr Respekt am Berg

Den Berg auf Skiern erobern: Skitourengehen ist ein wunderbarer Sport im Winter. Aber die Pistenregeln müssen eingehalten werden.
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Auf der Flattnitz regt sich Unmut über die Tourengeher. Die Alpinpolizei rät zu mehr Rücksichtnahme.

FLATTNITZ. Das schöne Wetter lockt auf die Berge, Skifahrer wie Tourengeher stürmen regelrecht die Pisten. Heuer ist Skitourengehen wegen Lockdown und Reisebeschränkungen noch beliebter. "Durch die Pandemie wird der Skitouren-Trend noch verstärkt, weil Menschen die Natur suchen", weiß Leo Wirnsberger, Skitouren-Führer von den Naturfreunden Kärnten. Diesen Winter fällt die hohe Zahl an Skitourengehern auf. 

Miteinander ist getrübt

Durch die vielen Wintersportler sehen sich Skigebiete mit Problemen konfrontiert. Das Miteinander ist getrübt, sagt Markus Kopeinig von der Alpinpolizei St. Veit und spricht konkret die Problematik der Parkplätze an. Auf der Flattnitz sind die ersten Parkplätze für Skifahrer reserviert (siehe Infobox unten). Das sei laut Kopeinig zu akzeptieren. Dennoch besetzen Skitourengeher die ersten Parkplätze. "Die Flattnitz ist ein Familienskigebiet. Eltern müssen dann weiter hinten parken und die Ski der Kinder zur Piste schleppen. Tourengeher oder Schneeschuhwanderer können auch Parkplätze verwenden, die weiter weg sind", so Kopeinig.

Auf der Flattnitz sind die Pistenregeln klar definiert.
  • Auf der Flattnitz sind die Pistenregeln klar definiert.
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"Für Tourengeher oder Langläufer gibt es einen großen Parkplatz. Wir stellen Toiletten und die Parkplätze für unsere Gäste kostenlos zur Verfügung. Familien und Skigäste aus dem Metnitztal und Gurktal bis in den Raum Althofen kommen zu uns. Das soll auch in Zukunft so sein", spricht Adolf Isopp vom gleichnamigen Gasthaus Gäste aus anderen Bezirken an, "die die ersten Parkplätze beim Lift den Familien wegnehmen. Das geht nicht". Er klärt vor Ort auf. "Die meisten sehen es ein. Wenn viel los ist, weisen wir Parkplätze zu". Dennoch gebe es rücksichtslose Tourengeher, die ab 7.30 Uhr alles vollparken und teilweise zwei Parkplätze mit einem Auto füllen.
Da die Parkplätze sich auf privatem Grund befinden, könne die Polizei nicht abstrafen. Man könne niemandem vorschreiben, wo zu parken ist. "Aber Respekt und der Umgang miteinander lassen oft zu wünschen übrig", weiß Kopeinig. Er ist der Polizeiinspektion St. Veit zugeteilt und versieht zusätzlich als Mitglied der Alpinpolizei Klagenfurt-St. Veit seinen Dienst auf der Flattnitz und im Skigebiet Eberstein.

Alpinpolizist Markus Kopeinig mahnt zu mehr Respekt am Berg.
  • Alpinpolizist Markus Kopeinig mahnt zu mehr Respekt am Berg.
  • Foto: Privat
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Tourengeher auf den Pisten

Zusätzlichen Unmut bringen Tourengeher, die die frisch präparierten Pisten zum Aufsteigen nutzen. Auf einer Hinweistafel ist auf der Flattnitz zu lesen, dass das Begehen der Piste mit Tourenski oder Schneeschuhen verboten ist. "Die Leute lesen die Tafeln und gehen die Piste zu viert nebeneinander rauf", ärgert sich Kopeinig. Der Alpinpolizei sind die Hände gebunden. "Abstrafen ist nicht der Sinn der Sache, wir klären auf". Solche Aktionen würden zum schlechten Ruf der Skitourengeher beitragen. "Jeder soll auf den Berg gehen und die Sonne genießen. Vor allem in Zeiten der Pandemie. Aber was der Betreiber des Skigebiets einfordert, ist einzuhalten", wünscht Kopeinig mehr Eigenverantwortung.


Unerfahren auf den Berg

Adolf Isopp spricht ein weiteres Problem an: Nämlich die Unerfahrenheit mancher Tourengeher, die heuer schon zwei Lawinen ausgelöst haben. "Das sind keine Tourengeher, sondern Pistengeher. Heuer ist Tourengehen eine Trendsportart. Über die Pisten wollen sie raufgehen und wieder abfahren. Das ist verboten. Außerdem mussten wir schon viele mit dem Sessellift ins Tal bringen, weil sie nicht abfahren können", sollte man laut Isopp seine körperlichen Grenzen wissen und sein Können abschätzen.
Kopeinig berichtet davon, dass unerfahrene Tourengeher am Nachmittag abfahren, sich verirren und in Folge Alpinpolizei und Bergrettung ausrücken müssen. "Wenn jemand erst um 15 Uhr abfährt, sollte er auf der Route bleiben und diese nicht verlassen. Vielfach wird aus Jux gehandelt", gibt er zu bedenken, dass sich Polizisten und Einsatzkräfte beim Aufspüren der Tourengeher der Gefahr aussetzen müssen. Mehrere Suchaktionen gab es heuer bereits. 

Richtige Ausrüstung

"Die richtige Ausrüstung, Grundkenntnisse im Bereich Orientierung, Lawinenkunde und eine Notfallausrüstung sind unerlässlich", fügt Wirnsberger an. Er empfiehlt Anfängern, an einem Einsteigerkurs teilzunehmen. Eine Grundkondition sollte bereits vorhanden sein. Ebenso wichtig ist eine richtige Selbsteinschätzung. Zur richtigen Ausrüstung zählt neben passender Funktionskleidung, Ski, Skischuhen, Stecken und Co. auch die Lawinenausrüstung. "Die häufigsten Fehler sind zu wenig Erfahrung und Fehleinschätzung", warnt Wirnsberger.

Hunde sind verboten

Das Mitführen von Hunden ist verboten. Dennoch gebe es Tourengeher, die mit Hunden aufsteigen. "Hunde haben auf der Skipiste nichts verloren. Viele Kinder tummeln sich auf der Piste. Es gibt Leute, die lassen ihre Hunde dann beim Abfahren von der Leine und die Piste frei ins Tal laufen", hat Isopp am Wochenende an die zehn Leute ermahnt, ihre Hunde anzuleinen. "Ein paar sehen es nicht ein, dass sie ihre Hunde nicht ableinen dürfen. Die Leute werden aggressiver, sicher auch bedingt durch den Lockdown." 

An Pistenregeln halten

Zudem mahnt Isopp, auf das Wild Rücksicht zu nehmen. "Nicht zwischen den Jungkulturen abfahren, sie sind Schutzflächen für das heuer durch den vielen Schnee so geplagte Wild", ist für Isopp unverständlich, warum man nicht auf den vorgegebenen Strecken bleiben kann. 
"Nur eine minimale Zahl hält sich nicht an die Pistenregeln. Aber diese paar Prozent sorgen für ein negatives Bild der ganzen Tourengeher", rufen Isopp und Kopeinig zu mehr Rücksichtnahme auf.

Zur Info: Parken auf der Flattnitz
Die Gemeinde Glödnitz steuert als Eigentümer der Flattnitzer Lift Ges. m.b.H. einen Beitrag zur Erhaltung der Infrastruktur auf der Flattnitz bei. Von der Pistenpräparierung, Liftzuschüsse, Loipenpflege, Parkplatzpflege und mehr ist der finanzielle Aufwand enorm, daher gibt es heuer erstmalig Parkplatztickets: Eine Tageskarte kostet fünf Euro, eine Saisonkarte 50 Euro. Das Parken ist gratis für Gäste mit einem gültigen Skipass und für Gäste, die einen Infrastrukturbeitrag leisten. Der Parkplatz beim Gasthof Isopp ist ausschließlich reserviert für Liftgäste, Gäste des Gasthofs Isopp und Gäste mit einem gültigen Parkplatzticket.

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