Rodericks Klangliegen – eine melodische Sinnesreise

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TELFS (bine). „Meine Klangliegen setzen sich aus Hölzern der Esche und der Fichte zusammen.
Dabei muss die Fichte so beschaffen sein, dass sie kaum Äste aufweist, dies ist aber in der Form schwer zu finden und wirkt sich daher auch preislich aus“, erzählt der experimentierfreudige Telfer Künstler. Die Bauzeit einer Klangliege beträgt inklusive Trockenzeiten ca. 3 Wochen, wobei das Schleifen und das Aufspannen der Saiten die meiste Arbeit darstellt. Die Klangliege hat nämlich die beträchtliche Fläche von 200 x 70 cm, und besitzt 50 Saiten, die alle handgeöst werden müssen.
Klangliegen sind die bekanntesten und verbreitesten Körperinstrumente aus der Monochordfamilie, die zur Klangtherapie eingesetzt werden. „Der Spieler sitzt vor dem Instrument und streicht mit den Fingern über die Saiten, die sich auf der Unterseite des Korpus befinden“, beschreibt Roderick die Handhabung. Durch die Schwerkraft des auf dem Instrument liegenden menschlichen Körpers entsteht eine dichte Verbindung, die eine Übertragung besonders tiefer Schwingungen begünstigt. Für den Instrumentenbauer bedeutet dies eine Herausforderung, denn eine massiv gebaute Liege ist zum Klingen eigentlich zu schwer, ein filigraner Klangkörper zum Liegen aber zu wenig belastbar. Eine Besonderheit der Liege ist die Teilung der Spielebene in zwei unterschiedliche Stimmungen. Je nachdem, auf welcher Seite der Spieler sitzt, entsteht ein Monochord- oder Tamburaklang.
„Die Schwingungen der 50 Saiten erzeugen einen reichhaltigen Klang von geradezu „erdiger“ Qualität. Die Vibration ist körperlich sehr intensiv spürbar, insbesondere im Tiefbassbereich. Der Mensch erfährt ein üppiges Klangbad, eingehüllt in das feine Obertonspektrum der hohen Töne“, erklärt Roderick und fügt hinzu: „Der „bespielte“ Mensch darf sich ganz dem hör- und fühlbaren Klang überlassen und einen intensiven Seinszustand erfahren. Dies fördert eine heilsame Tiefenentspannung, Harmonisierung und im
therapeutischen Sinne erholsame Regression.“ Darum stößt dieses Instrument auch bei Atem-, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Yogalehrern, Hebammen sowie Sterbebegleitern uvm. auf großes Interesse. Auf jeden Fall ist die Klangliege eine Sinnesreise wert, nebensächlich ob sie selbst gebaut, gekauft oder "nur" in einem Kurs genossen wurde.
Roderick Pischl bietet auch Instrumentenbau-Kurse an. Mehr Infos unter www.dubious-instruments.com.

Autor:

Sabine Schletterer aus Telfs

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