02.01.2018, 09:50 Uhr

2018 muss das AMS Hermagor Gas geben

Als Stellvertreter leitet Franz Jost die Regionalstelle in Hermagor (Foto: Knauder)

Gute Nachrichten für 2017 und eine vorsichtig positive Prognose für 2018 bietet das AMS Hermagor.

HERMAGOR (nic). Mit einem Plus von rund 24 Prozent (1.175) bei den Stellenangeboten ging 2017 für das AMS Hermagor überaus erfolgreich zu Ende. Die Aussichten für 2018 sind positiv, doch es warten durch die Schließung der Firma Modine in Kötschach-Mauthen schwere Aufgaben auf das AMS-Team.

Modine-Schließung
"Wir sind froh, dass kurz vor dem Jahresende noch ein Sozialplan verabschiedet wurde", sagt Franz Jost, stellvertretender Chef der Regionalstelle Hermagor. "Die Umsetzung der Maßnahmen über eine Stiftung liegt aber maßgeblich in den Händen des AMS. Es gibt viel zu tun." Jost, der im Gespräch mit der Woche ein Resümee für den erkrankten Leiter Franz Janschitz zog, weiß schon jetzt, dass die Zahl der Arbeitssuchenden durch den Wegfall der 146 Arbeitsplätze im Oberen Gailtal Anfang 2018 nach oben schnellen wird. 2017 gab es dagegen in diesem Bereich einen erfreulichen Rückgang von 8,8 Prozent (456). "Das werden wir im neuen Jahr nicht erreichen können", weiß der 55-Jährige schon jetzt. Eine ähnliche Firmenschließung er/überlebte die Region bereits einmal vor neun Jahren.
Die Lenkfunktion des AMS im Bereich der Modine-Stiftung hat viele praktische Gründe. Franz Jost liefert Beispiele: "Wenn uns ein Betroffener mitteilt, dass er auch andere Qualifikationen hat, die aber vielleicht noch einen Abschluss brauchen, versuchen wir mit passenden Unternehmen zu sprechen, fragen sie, was der zukünftige Mitarbeiter mitbringen muss und können dann zusätzliche Schulungsmaßnahmen befürworten. Die Kosten würde dann die Stiftung tragen."

Flexibel bei der Suche
Ehemalige Modine-Beschäftigte, die schon jetzt einen neuen Job suchen, müssen, was den täglichen Weg zur Arbeit oder möglicherweise einen Umzug betrifft, sehr flexibel sein. "Schon jetzt," weiß Franz Jost, "fahren einige täglich bis nach Villach oder Klagenfurt zur Arbeit." Die guten Ergebnisse und Zusatzangebote an offenen Stellen in 2017 können das Modine-Problem jedoch nicht lösen. Die Branchen, in denen es boomte, waren Land- und Forstwirtschaft, Metall und Elektro, Bau, Handel und Tourismus. "Wir sehen den wirtschaftlichen Aufschwung aber noch nicht als beendet an. Hier passiert sicher auch 2018 einiges", ist sich der erfahrene Arbeitsmarkt-Experte sicher.

Nicht nur Kundenwerbung
Nicht zu verleugnen ist auch der demografische Wandel, der zu geburtenschwachen Jahrgängen führt. "Viele Lehrstellenangebote können zurzeit nicht besetzt werden", weiß Franz Jost. "Viele Firmen sind andere Zeiten, als sie noch auswählen konnten unter den Bewerbern, gewohnt."
Neben den Zahlen, die sich nur langsam erholen werden, spielen auch die Informationen über die einzelnen Berufe eine große Rolle. "Werbung muss ein Unternehmen nicht nur für seine Kunden machen, sondern auch für Mitarbeiter", so der stellvertretende Leiter. Ein gutes Beispiel sei die Firma Wieser mit ihrer Helmgestaltung für Max Franz. "Wenn der so im TV auftaucht, finden junge Leute den Beruf des Malers auf einmal cool."


AMS-Service auch für Unternehmen

• Die Abkürzung AMS bedeutet Arbeitsmarktservice.
• Die zuständige Regionalstelle für die Region befindet sich in Hermagor.
• Die Leitung der Regionalstelle Hermagor obliegt Franz Janschitz und Franz Jost (Stellvertreter).
• Das AMS versteht sich als Servicestelle für Arbeitssuchende und als Partner der Betriebe.
• Offene Stellen sollten laut AMS immer zuerst hier gemeldet werden (auch online).
• Das AMS prüft die Ausschreibungen unter anderem auch hinsichtlich des Gleichbehandlungsgesetzes und checkt somit auch Formulierungen, die dagegen verstoßen.
• Politische Entscheidungen über Förderinstrumente auf dem Arbeitsmarkt orientieren sich eng an den Bedarfszahlen.
• Das AMS bietet Unternehmen auch zum Teil unabhängige Beratungen zu Themen wie Kommunikation und Personalwesen an.
• Das AMS Hermagor unternimmt mit seinem Team rund 200 Betriebsbesuche pro Jahr, bei denen die Betriebe auch Wünsche und Vorstellungen ansprechen können.
• Ein weiterer Schwerpunkt ist auch die Beratung von jungen Menschen, die Unterstützung bei der Berufswahl oder der Lehrstellensuche benötigen.
• Zur Erleichterung der Standardaufgaben setzt das AMS auf den Einsatz elektronischer Medien.

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