Alpinpolizei warnt
Berge im Frühjahr nicht unterschätzen!

Zwölf Polizisten aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg bilden die Alpine Einsatzgruppe Wolfsberg. Regelmäßig werden Übungen durchgeführt, aktuell unter den entsprechenden Maßnahmen.
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  • Zwölf Polizisten aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg bilden die Alpine Einsatzgruppe Wolfsberg. Regelmäßig werden Übungen durchgeführt, aktuell unter den entsprechenden Maßnahmen.
  • Foto: LPD Kärnten
  • hochgeladen von Petra Lammer

Die Winterbilanz der Alpinpolizei im Bezirk – und ein Appell für die Sicherheit bei Wander-Aktivitäten im Frühling.

VÖLKERMARKT, WOLFSBERG. „Im Vergleich der absoluten Zahlen vom Winter 2019/20 zum Winter 2020/21 hatten wir einen Rückgang an Einsätzen“, zieht Kontrollinspektor Heiko Lipusch, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) Wolfsberg, Bilanz. Allerdings: „Wir hatten heuer viele Suchaktionen.“ Das Team der AEG Wolfsberg ist für die Bezirke Wolfsberg und Völkermarkt zuständig.

Personensuche

Zu den Personensuchen gehörte ein Großeinsatz auf der Petzen in der Nacht: Ein Tourengeher war im Lawinengebiet unterwegs und auf die slowenische Seite geraten. Ebenfalls im Dunkeln wurde nach einer Wanderin gesucht, die sich in Diex verirrt hatte und auf dem Klippitztörl war ein Freerider Richtung Westen geraten: „Die Feuerwehr hat ihn dann im Löllingergraben gefunden“, ergänzt Lipusch. Die Einsätze der Alpinpolizei erfolgen in Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen wie Bergrettung und Feuerwehren und mit regionsübergreifender Verstärkung. Auffällig bei den Suchaktionen: drei ereigneten sich am 5. und 6. Jänner, zwei davon sogar zur gleichen Zeit.

Lawinenabgang

Zum Glück gut ausgegangen ist ein Lawinenabgang im Lavanttal, bei dem ein Snowboarder in einen Lawinenhang eingefahren ist. „Er hat selbst gefilmt und auch von Personen am Gegenhügel wurde gefilmt. Der Einsatz ist voll angelaufen, wurde dann aber abgebrochen, als klar war, dass definitiv nur eine Person beteiligt ist und die sich selbst aus der Lawine befreien konnte“, erklärt Lipusch und fügt hinzu: „Ohne einen Kratzer – der Snowboarder hatte sehr viel Glück!“

Skiunfälle

Auf der Petzen ereigneten sich in dieser Saison 16 Skiunfälle ohne Fremdbeteiligung, Skikollisionen gab es keine. Lipusch dazu: „Es war nur die Abfahrt am Berg offen, es gab sehr viel Schnee, kein Eis und relativ wenig Leute – da merkt man, dass die Unfälle zurückgehen.“ Für den Bezirk Wolfsberg verzeichnet die Alpinpolizei 75 Skiunfälle ohne Fremdbeteiligung sowie vier Skikollisionen, eine davon mit Fahrerflucht.

Vorsicht bei Wanderungen

Aufgrund der Wetterlage und der Schneeverhältnisse in den Bergen werden Skitouren heuer noch länger Saison haben. Allerdings müssen auch Wanderer in dieser Jahreszeit sehr vorsichtig sein: „Schneefelder sind sehr gefährlich. Man darf nicht unterschätzen, dass man in der Höhe auf Altschnee kommen kann – im Tal ist das Wetter teilweise schon sehr schön, aber auf den Bergen liegt noch Schnee. Altschnee ist extrem hart und rau. Wenn man darauf ausrutscht, kann man sich die schlimmsten Verletzungen zuziehen“, erklärt Lipusch. Deshalb rät er unbedingt zu festem Schuhwerk beziehungsweise braucht man in steilerem oder schattigerem Gelände Eispickel und Steigeisen. Ebenfalls geeignet sind „Schneeketten“ für die Schuhe mit Spitzen, mit denen man auf Eis gehen kann.

Temperatur

Neben der Gefahr von Altschnee darf man sich bei einer Wanderung von frühlingshaften Temperaturen im Tal nicht täuschen lassen: Am Berg ist es wesentlich kälter, man braucht warme Kleidung und bei Wind einen Kälteschutz. „Wenn man sich verletzt, kühlt der Körper sofort aus, das ist extrem gefährlich“, weiß Kontrollinspektor Heiko Lipusch, Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Wolfsberg.

Materialcheck

Mit der Ausrüstung für Touren oder fürs Klettern muss man nicht nur in der Anwendung vertraut sein, man sollte im Frühling auch einen Materialcheck durchführen, ob keine Beschädigungen oder Abnützungen vorhanden sind.

Gefahr von Steinschlägen

Besonders wichtig im Frühjahr: Man muss bedenken, dass es eine höhere Steinschlaggefahr gibt, wenn sich die Sonnenhänge erwärmen. „Schon ein kleines Steinchen, das mit voller Wucht auftrifft, ist sehr gefährlich, man braucht unbedingt einen Helm“, so Lipusch. Die Alpinpolizei geht davon aus, dass es heuer wieder vermehrt Aktive ins alpine Gelände ziehen wird, der Outdoor-Trend wurde nicht zuletzt durch die Covid-19-Situation noch verstärkt. „Wir haben im vergangenen Jahr bereits bemerkt, dass mehr Menschen bei Aktivitäten im alpinen Gelände unterwegs waren", weiß Lipusch.

Einsatzstatistik der AEG Wolfsberg

Die Winterstatistik 2020/21 der Alpinen Einsatzgruppe Wolfsberg (Stand 7. April 2021) zeigt für den Bezirk Völkermarkt:
16 Skiunfälle ohne Fremdbeteiligung
keine Skikollisionen
2 Bergungen im alpinen Gelände
2 Suchaktionen

Bezirk Wolfsberg:
1 Lawinenabgang ohne Verletzungen Koralpe
75 Skiunfälle ohne Fremdbeteiligung
4 Skikollisionen (davon einmal Fahrerflucht)
3 Suchaktionen
2 Bergungen im freien Gelände
1 Liftunfall

Zwölf Polizisten aus den Bezirken Völkermarkt und Wolfsberg bilden die Alpine Einsatzgruppe Wolfsberg. Regelmäßig werden Übungen durchgeführt, aktuell unter den entsprechenden Maßnahmen.
Kontrollinspektor Heiko Lipusch, Leiter der AEG Wolfsberg

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