Kirchen aus Holz und Papier sollen Eisenkappler gegen Hochwasser schützen

Elvira Brandstätter, Else Poderschnig, Erika Gruber, Gottfrieda Lamprecht, Irmtraud und Willi Grubelnik basteln die Kirchen
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EISENKAPPEL-VELLACH. Am Abend des 1. Februar findet wieder das "Ante Pante" Kirchleintragen in Bad Eisenkappel statt. Bei der Prozession werden kleine, mit Kerzen erleuchtete Kirchen aus Holz oder Papier mitgetragen und am Ende der Prozession in die Vellach gelegt. Währenddessen wird der Vers "Ante pante populore, Kocla vrata cvilijore" aufgesagt. (Bedeutung siehe zur Sache Box).

Brauch aus dem Mittelalter

Der Brauch geht bis in das Spätmittelalter zurück. Der Überlieferung zufolge hat die Prozession ihren Ursprung in Unwettern und Überschwemmungen, als die Vellach über die Ufer trat und das Tal überschwemmte. Erst als die verzweifelten Bewohner des Ortes eine beleuchtete Miniaturkirche in den reißenden Fluss gaben, soll das Hochwasser zurückgegangen sein.

Ein Grundgerüst aus Holz

Um den Brauch aufrechtzuerhalten, fertigen die Trachtenfrauen der Gemeinde bereits seit 35 Jahren in den Wochen vor dem 1. Februar zahlreiche Kirchen an. "Wenn jemand nicht weiß, wie man so eine Kirche basteln, aber gerne bei der Prozession mitmachen möchte, kann er eine Kirche bei uns kaufen", erzählt die Obfrau Irmtraud Grubelnik. Als erstes wird das Holzgestell angefertigt, das das Grundgerüst der Kirche bildet: "Einige fertigen dieses Gestell auch aus Papier. Wir machen es aber auch Holz, da die Kirche dann länger hält." Die Fertigung des Holzgestells dauert zirka zwei Stunden.

Weißes und rotes Papier

"Dann wird die Kirche verkleidet", verrät Grubelnik. Dafür benötigen die Trachtenfrauen weißes Papier für die Kirchenwände und rotes Buntpapier für das Dach, die Fenster und Türen der Kirche und die Verzierungen. "Jede Kirche wird anders verziert und ist somit ein Unikat. Wichtig ist aber, dass das Muster in den Fenstern und den Türen zusammenpasst und dass man beim Kleben sauber arbeitet." Insgesamt wird rund vier bis fünf Stunden an einer Kirche gearbeitet. Als letztes wird noch ein Teelicht im Inneren der Kirche platziert: "Dieses zündet man dann an, bevor die Prozession startet."

ZUR SACHE:

Der Vers "Ante pante populore, Kocla vrata cvilijore" entwickelte sich aus dem lateinischen "ante faciem omnium populorum".
Zu dem slowenischen Vers "Kocla vrata cvilijore" soll es gekommen sein, da es aufgefallen ist, dass das Haustor beim Kocelj quietschte, als die Prozession vorbeikam.
Um den Hausbesitzer zu ägern, wurde der letzte Vers hinzugefügt.
Übersetzt heißt der gesamte Vers: "Ante pante populore, beim Kozel quietschen die Tore."

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