18.10.2017, 11:39 Uhr

Auf Wildriss folgte Anzeige

Bernhard Wadl, Landesobmann des Kärntner Jagdaufseherverbandes (Foto: KK/Privat)

Erneuter Wildriss im Bezirk Völkermarkt. Bisher elf Vorfälle heuer in Kärnten.

VÖLKERMARKT. Immer wieder kommt es im Bezirk Völkermarkt zu Vorfällen mit wildernden Hunden. Am 28. September wurden zwei Hunde im Gemeindejagdgebiet Haimburg-Wandelitzen beim Reißen eines Rehbocks, den sie aus dem benachbarten Eigenjagdrevier Dachstein trieben, beobachtet und fotografiert.
Nach einem Hinweis auf die Besitzer suchten zwei Jäger daraufhin die Hundehalter auf, zeigten ihnen die Fotos und wiesen sie auf die ordnungsgemäße Verwahrung ihrer Hunde hin. "Die Halter erkannten ihre Hunde sofort, zeigten sich jedoch völlig uneinsichtig, weshalb sie bei der Polizeidienststelle Völkermarkt zur Anzeige gebracht wurden", ergänzt der Landesobmann des Kärntner Jagdaufseher-Verbandes, Bernhard Wadl.


Unbelehrbare Hundehalter

Trotz des Wissens der Hundehalter von der Anzeige wurden die beiden Hunde am 6. Oktober erneut in der Eigenjagd Dachstein beim Wildern beobachtet. Dieser Vorfall wurde von Jagdaufseher Karl Wiggisser am darauffolgenden Tag ebenfalls zur Anzeige gebracht. "Das ein eindeutiger Beweis für die Unbelehrbarkeit mancher Hundehalter", ist Wadl empört.

Elf Vorfälle alleine heuer

In den Jahren 2013 bis Ende 2016 kam es in Kärnten zu insgesamt 62 Vorfällen mit wildernden und reißenden Hunden, die der Wildrissdatenbank der Kärntner Jägerschaft gemeldet wurden. Heuer sind es mit dem aktuellen Fall im Bezirk Völkermarkt bereits elf gemeldete Wildrisse. "Die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Vorfälle ist mit Sicherheit um ein Vielfaches höher", so der Landesobmann.


Appell an Hundebesitzer

Die Kärntner Jägerschaft und der Jagdaufseher-Verband appellieren an die Jäger, von der Erlegung freilaufender und wildernder Hunde Abstand zu nehmen, obwohl dies im § 49 des Kärntner Jagdgesetzes unter genau definierten Voraussetzungen vorgesehen und erlaubt wäre. "Wir bedauern aber sehr, dass dieses Problem trotz 1.300 angebrachter Informationstafeln für Hundehalter und permanenter Öffentlichkeitsarbeit scheinbar nicht gelöst werden kann", sagt Wadl.
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