28.10.2016, 20:52 Uhr

Trauerbewältigung braucht einen Ort der Erinnerung

Klaus Fantoni führt in der vierten Generation den Familienbetrieb weiter

Grabsteine und Grabanlagen sind wichtig für die Trauerbewältigung der Hinterbliebenen.

BLEIBURG. Allerheiligen und Allerseelen stehen vor der Tür. In dieser Zeit rücken die Gräber und Grabsteine wieder mehr in den Vordergrund. Schließlich will man, auch den Verstorbenen zuliebe, alles sauber und gepflegt vorfinden, wenn man an diesen Tagen die Gräber besucht.
Auch der Steinmetzbetrieb "Fantoni" hat zu dieser Zeit viel zu tun.

Grabsteine und Grabanlagen

"Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, mit Grabsteinen und Grabanlagen unseren Teil zur Trauerbewältigung der Menschen beizutragen", erzählt Klaus Fantoni, der Besitzer des Steinmetzbetriebes "Fantoni". Dafür bezieht er Natursteine aus der ganzen Welt und bringt die gesägten und gefrästen Steinrohlinge in seinem Betrieb in Bleiburg in Form.
"Zum Schluss platzieren wir noch Symbolornamente wie zum Beispiel Kerzen oder Figuren." Danach werden die einzeln angefertigten Steine zusammengesetzt, um den Gesamteindruck eines stimmigen Grabmales zu überprüfen.

Den Grabstein auswählen

In den meisten Fällen wählen die Angehörigen des Verstorbenen den Grabstein aus. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: "Manche Menschen wählen ihren Grabstein schon vor ihrem Tod aus. Das sind vor allem jene Menschen, die allein leben und keine Familie mehr haben", verrät Fantoni.
Das komme in den ländlichen Gebieten jedoch nicht sehr häufig vor.
Eine heilsame Wirkung
"Nur wenig ist so schmerzhaft, wie der Tod eines geliebten Menschen. Dieser Verlust und die Trauer treffen die Hinterbliebenen oft völlig unvorbereitet", so der Steinmetz. Um den Schmerz und die Trauer zu bewältigen, brauche man einen Ort der Erinnerung und des Trostes: "Ein Grabmal schafft eine Verbindung für die Hinterbliebenen. Symbolische Gesten, wie das Ablegen von Blumen, oder das Anzünden einer Kerze spenden Trost und haben eine heilsame Wirkung."

Ein Ort der Erinnerung

Friedhöfe und Grabstätten sind seit vielen Jahrhunderten ein fester Bestandteil unserer Kultur. "Sie sind Orte der Erinnerung und der Meditation und bieten den Hinterbliebenen einen Raum für ihre Trauer und die Ruhe, neue Kraft und Optimismus zu schöpfen", so der Bleiburger. Des Weiteren schaffe das Umsorgen der Grabanlage Nähe und Verbundenheit zwischen den Hinterbliebenen und den Verstorbenen.

Grab soll schön aussehen

Vor allem zu Allerheiligen und Allerseelen gibt es im Steinmetzbetrieb des Bleiburgers viel zu tun: "Zu Allerheiligen ist der Druck schon sehr groß, da es vielen wichtig ist, dass das Grab zu dieser Zeit schön aussieht." Auch dem Steinmetz sind diese beiden Tage sehr wichtig. "Natürlich besuchen wir die Gräber. Wir nutzen die Zeit aber auch, um mit der Familie zusammen zu sein."

ZUR SACHE: ALLERHEILIGEN UND ALLERSEELEN

Allerheiligen : Der 1. November ist ein Festtag der katholischen Kirche. Er ist vom Glauben an ein Leben nach dem Tod geprägt. Auch die Gräber der Verstorbenen, werden an diesem Tag gesegnet.

Allerseelen wird jedes Jahr am 2. November gefeiert. An diesem Tag stehen die Verstorbenen im Vordergrund. Im Gedenken an alle Verstorbenen Verwandten, Freunde und Bekannten, werden die Gräber besucht, Fürbitten für Verstorbene gehalten und Grablichter angezündet.
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