20.06.2017, 10:15 Uhr

Völkermarkter Bürgerfrauen feiern 90-Jahr-Jubiläum

Die Mitglieder der Bürgerfrauen der Abstimmungsstadt Völkermarkt mit Obfrau Gertraud Sternig (vorne, 5. v. li.) (Foto: KK)
VÖLKERMARKT. Die Bürgerfrauen der Abstimmungsstadt Völkermarkt, so der volle Name des Vereines, feiern am Samstag, dem 24. Juni, ihr 90-Jahr-Jubiläum mit einem ganztägigen Festprogramm in der Bezirkshauptstadt.

Die Geschichte

Am 3. August 1927 wurde die Gruppe der Völkermarkter Bürgerfrauen gegründet. Am Grundgedanken hat sich in all den Jahren nichts geändert. "Unsere Intention ist es, Altes zu bewahren und Neues zu leben", erklärt Obfrau Gertraud Sternig.
So waren und sind die Bürgerfrauen in Völkermarkt aktiv. Sie spendeten in der Vergangenheit namhafte Beträge für die beiden Pfarrkirchen St. Magdalena und St. Ruprecht und setzten den Weg über den "Saurüssel" instand, der als Dank dafür seit 1982 Bürgerfrauenweg heißt. Ihr größtes Projekt war die Revitalisierung des Bürgerlustparkes gemeinsam mit den Rotariern, der 1996 wieder eingeweiht werden konnte. Das jüngste Projekt war die Renovierung des Abwehrkämpferdenkmales am Unteren Hauptplatz vor drei Jahren.

Nikolo und Christkindl

Besonders bekannt sind die Bürgerfrauen für ihre jährlichen Oster- und Weihnachtsbasare, mit deren Einnahmen sie ihre karitativen Tätigkeiten finanzieren. Jedes Jahr besuchen sie außerdem mit dem Nikolo das Seniorenwohnheim auf der Ritzing, wo sie Geschenke verteilen. Weiters sind sie Patinnen von zwei Kindern im SOS Kinderdorf in Moosburg.

Mitglieder willkommen

Aktuell besteht der Verein aus 27 Damen, wobei die älteste 95 und die jüngste 45 Jahre als sind. "Zehn Damen können aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht mehr aktiv in der Gruppe dabei sein", bedauert Sternig. Deshalb sind neue junge Mitglieder herzlich willkommen. So einfach ist es aber nicht, Mitglied bei den Bürgerfrauen zu werden. "Die Mitglieder müssen alle für die Neuaufnahme stimmen", erklärt die Obfrau die Vorgehensweise. Dann ist außerdem die traditionelle Bürgerfrauen-Tracht selbst anzuschaffen. Kostenpunkt für das Seidenkleid, die Goldhaube, Handschuhe, Tasche, Schirm, Schuhe, Schmuck, Umhang und Strümpfe: rund 6.000 Euro.
Eine weitere Grundvoraussetzung ist, dass die Interessentin in der Gemeinde Völkermarkt wohnt. "Wir wollen die Statuten aber demnächst so ändern, dass Damen aus dem ganzen Bezirk zu uns kommen können", ergänzt Sternig.

Neue Obfrau ab Herbst

Sternig selbst wird ihr Amt im Herbst 2017 bei der Jahreshauptversammlung zurücklegen. Sie war dann als fünfte Obfrau seit der Gründung 14 Jahre an der Spitze der Bürgerfrauen tätig. "Zwei Interessentinnen für meine Nachfolge gibt es bereits", verrät Sternig. Doch bevor sich die Obfrau zurückziehen kann, gilt es noch den großen Festakt am 24. Juni über die Bühne zu bringen, worauf sich alle Mitglieder schon sehr freuen.

Das Festprogramm:

Wann: Samstag, 24. Juni
Wo: Völkermarkt
Beginn: 8:45 Uhr mit dem Eintreffen der Bürger- und Goldhaubenfrauen am Autobusbahnhof

Ablauf:

9:30 Uhr: Musikalische Begrüßung am Unteren Hauptplatz mit der Stadtkapelle Völkermarkt
10 Uhr: Festgottesdienst mit Dechant Zoltan Papp und dem MGV Scholle
11:30 Uhr: Festakt in der Neuen Burg
15 Uhr: Jahreshauptversammlung des Landesverbandes der Städtischen Bürger- und Goldhaubenfrauen Kärnten

Zum Festpgrogramm haben bereits 14 Gruppen von Bürger- und Goldhaubenfrauen mit insgesamt 125 Mitgliedern aus ganz Kärnten ihr Kommen zugesagt.


Das kostbare Bürgerinnenkleid

Das wesentlichste äußere Merkmal der Bürgerfrauen ist das kostbare Bürgerinnenkleid. Jede Bürgerfrauengruppe hat dabei ihre eigenen Traditionen. Das Völkermarkter Bürgerinnenkleid ist zweiteilig und wird aus einem einfärbigen in sich gemusterten Seidenstoff genäht. "Früher trug man das Kleid nur in schwarz", erklärt Obfrau Gertraud Sternig. Seit einigen Jahrzehnten ist es aber möglich, das Kleid in verschiedenen Farben nähen zu lassen.

Das Zubehör

Zum Bürgerinnenkleid gehört einiges an Zubehör, in erster Linie natürlich die auffallende Goldhaube mit Knauf. Sie kann mit Perlen und Granatsteinen bestickt sein und ist immer mit einer schwarzen Masche mit Bändern verziert.
Weiters gehören weiße Strümpfe, schwarze Lederschuhe, gehäkelte weiße Handschuhe und ein Pompadour aus dem Kleiderstoff dazu. Für Schlechtwetter gibt es einen einheitlichen schwarzen Rüschenschirm mit Goldgriff und ein gehäkeltes schwarzes Umhängetuch.

Tragen nur in der Gruppe

Das Tragen dieser Bürgerfrauen-Tracht ist den Mitgliedern nur in der Gruppe (ab drei Damen) erlaubt. Eine Ausnahme bildet hier die Obfrau. Sie darf auch, wenn sie alleine die Bürgerfrauen repräsentiert, das Kleid tragen. Weiters darf das Kleid nur an Gruppenmitglieder oder an Familienangehörige oder Bekannte weitergegeben oder vererbt werden, die ebenfalls Bürgerfrauen sind oder es werden wollen. Ein Verleihen der Tracht an Nichtmitglieder ist nicht erlaubt.
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