09.04.2016, 15:11 Uhr

In Völkermarkt ist der Pfeffer los

Bericht in der Kleinen Zeitung vom 16. April 2016
In unserer friedlichen Stadt, in der laut Bezirkspolizeichef Klaus Innerwinkler auf Grund der guten Polizeiarbeit während der letzten Jahre die Kriminalitätsrate gesunken ist und die öffentliche Sicherheit zugenommen hat, wurden vor einigen Tagen von zwei Polizisten - in ihrer Freizeit - 50 Pfeffersprays an Frauen über 18 verteilt und eine Bestellung von weiteren 80 Pfeffersprays entgegengenommen - mit der Begründung, dass Frauen sich bei uns damit sicherer fühlen sollen.

Zwei Polizisten unterminieren also in ihrer Freizeit die Tatsache der guten Polizeiarbeit und agieren gegen die ausdrückliche Distanzierung ihres Bezirkschefs von dieser Aktion.
Weiters ist einer von den beiden Stadträten mit dem Ressort Tourismus beauftragt und erweckt damit auch den Anschein, dass weibliche Touristen sich bewaffnen müssten, wenn sie unsere Stadt oder unseren Bezirk besuchen.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1017820664...
Bei der obigen von den Pfefferspray-Verschenkern triumphierend als Vergleich und Rechtfertigung hergenommenen Kampagne der Gewerkschaft wird im Gegensatz dazu deutlich offenbar, dass hier niemand aufgefordert wird, ein Pfefferspray zu kaufen, um es gegen Menschen zu richten - was ja u.U. bei Fehldefinition auch einen Unschuldigen, bei nicht ordnungsgemäßer Verwahrung schlimmstenfalls ein Kind treffen und wobei man auch sich selbst schädigen kann.

Es ist eine große Verantwortung, jemand eine Waffe "einzureden" oder sie ihm sogar zu schenken. Wer obigen Link aber dennoch anders versteht, und ein Hunde-Abwehrspray kauft, um es gegen Menschen zu richten, trägt dann auch die volle Selbstverantwortung.
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand zu seinem Schutz für gewisse Situationen ein Pfefferspray kauft, das ist jedem selbst überlassen und kann ja vielleicht auch wirklich einmal einen Angriff verhindern oder auch lebensrettend sein.
Aber die Verantwortung liegt dann auch voll und ganz beim Käufer!

Eine Aktion - noch dazu eine politische Stimmenfangaktion für die Bundespräsidentenwahl!!! (von welcher Partei auch immer sie käme!), überdies persönlich durchgeführt von zwei öffentlich Bediensteten in hoher verantwortungsvoller Position - bei der Menschen zu Waffen motiviert und damit auch noch beschenkt werden, hat eine völlig andere Dimension und vor allem psychologische Wirkung und ist von meiner Warte aus verwerflich.

Wer von euch, liebe Leser/innen, würde jemals die Idee haben, irgendwem im Bekannten- oder Freundeskreis als Mitbringsel beim nächsten Besuch ein Pfefferspray zu schenken???
Wer verantwortungsvoll ist, verbrennt sich damit lieber nicht die Finger.

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Heinrich Moser aus Ottakring | 09.04.2016 | 15:20   Melden
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 09.04.2016 | 15:54   Melden
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Heinrich Moser aus Ottakring | 09.04.2016 | 16:16   Melden
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Erwin Paier sen. aus Südoststeiermark | 09.04.2016 | 19:09   Melden
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lieselotte fleck aus Simmering | 09.04.2016 | 19:42   Melden
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Erika Bauer aus Bruck an der Mur | 09.04.2016 | 19:52   Melden
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 09.04.2016 | 23:27   Melden
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lieselotte fleck aus Simmering | 09.04.2016 | 23:39   Melden
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 16.04.2016 | 12:57   Melden
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Roswitha Stetschnig aus Völkermarkt | 16.04.2016 | 12:59   Melden
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lieselotte fleck aus Simmering | 16.04.2016 | 18:40   Melden
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