Team Währing
Teilnehmer der Autowette ziehen nach drei Monaten ihr Fazit
- Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne), Teresa Andessner, Wiener Linien Geschäftsführerin Alexandra Reinagl, Fred Goed sowie Henrik Sulz bei der Präsentation der Ergebnisse. (v.l.)
- Foto: Valentina Marilenić/MeinBezirk
- hochgeladen von Laura Rieger
Die Autowette der Wiener Linien ist geschlagen: Die Teilnehmenden aus Währing haben ihre Schlüssel zurück. Nach drei Monaten ohne eigenes Auto ziehen sie ein Fazit. Überrascht war man vom großen Alternativangebot und wie günstig diese vergleichsweise sein können.
WIEN/WÄHRING. Würdest du dein eigenes Auto für drei Monate abgeben? Diese Frage haben 46 Wiener Testpersonen aus 37 Haushalten mit "Ja" beantwortet. Im Zuge der Autowette, die von den Wiener Linien gemeinsam mit dem Bezirk Währing umgesetzt wurde, stellten sich unter anderem Teresa Andessner, Henrik Sulz sowie Fred Goed dieser Herausforderung.
Von Mai bis Juli gaben sie ihre Autoschlüssel ab. Erlaubt waren lediglich Öffis oder Sharing-Angebote. Dafür wurde ihnen ein monatliches Mobilitätsbudget von 500 Euro zur Verfügung gestellt. "Es ist ein vorläufiges Ende eines spannenden Projekts. Wir wollen die Gründe herausfinden, was es braucht, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder Sharing-Angebote umzusteigen", sagte Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien, nach der Testphase. Die Wiener Linien haben sich unter den Teilnehmenden bereits umgehört: So wollen zwei Drittel auf ein eigenes Auto verzichten, ein Viertel habe ihr Auto bereits verkauft.
Die Währingerin Teresa Andessner hat über Instagram von der Autowette erfahren und entschied, sich zu bewerben: "Es war eine positive Erfahrung, aber auch ein Auf und Ab, weil es eine Umstellung ist." Herausfordernd war, dass jeder Monat seine Schwierigkeiten mitbrachte: So überwog im ersten Monat die Aufregung, der Juni brachte einige Hopplas wie versperrte Autotüren mit sich, der Juli wiederum verlief reibungslos. Ihr 18 Jahre altes Auto werde sie aktuell nicht verkaufen, ein neues werde sie sich aber nicht mehr zulegen.
Geld gespart
Henrik Sulz ist in Wien nicht unbedingt auf sein Auto angewiesen, nutzt es aber hin und wieder gerne. Überraschend für ihn war die große Auswahl an Alternativmöglichkeiten. "Ich habe quer durch die Bank alles genutzt. Ich bin mit dem Rad gefahren, mit den Öffis und Sharingangebote", erzählt Sulz.
Auf die werde er auch zukünftig vermehrt zurückgreifen, denn dies sei insgesamt günstiger, als ein eigenes Auto zu besitzen. Sein jetziges Auto werde er noch nicht verkaufen. Sobald eine größere Reparatur anstehe, werde sich dies aber ändern. Anstelle des Autos könne er sich ein E-Bike vorstellen.
- Während Teresa Andessner und Henrik Sulz das Auto noch behalten, will es Fred Goed abgeben.
- Foto: Valentina Marilenić/MeinBezirk
- hochgeladen von Laura Rieger
Auf ihr Auto verzichten werden Fred Goed und seine Frau und das, obwohl damit ein Verlust der Gemütlichkeit einhergeht. "Öffentlich muss man schon immer ein bisschen mehr Zeit einplanen. Aber man gewöhnt sich dran und das hat durchaus auch einen Entspannungsfaktor", erzählt Fred Goed, der im Zug gerne zum Buch greift – als Autofahrer ein Ding der Unmöglichkeit.
Ganz vorbei ist das Projekt allerdings noch nicht. Ein Forscherteam der Universität für Bodenkultur (Boku) begleitete das Projekt wissenschaftlich: So werteten sie etwa Tracking-Daten aus und führen nun Interviews mit den Teilnehmenden. Am Ende des Jahres trifft man sich erneut für einen Abschlussbericht.
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