Jakob Reiser: Ein 17-Jähriger mischt die Landesliga auf

Übersicht und Durchsetzungsvermögen: Jakob hat mit 17 bereits viele Qualitäten, die einen Top-Handballer ausmachen.
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  • Foto: AHC Wels
  • hochgeladen von Kevin Haslinger

WELS. Sonntag Vorabend in Wels Pernau. Der AHC Wels setzt sich souverän mit 42:27 gegen Hypo Vöcklabruck durch und untermauert damit seine Titelambitionen. Auffällig war erneut die glänzend aufgelegte Offensive, die mit nun 321 Treffern, die mit Abstand meisten der Liga vorweist. Mittendrin war wieder einmal der erst 17-jährige Jakob Reiser, der trotz seines jungen Alters schon zu den wichtigen Leistungsträgern der Mannschaft gehört. Den Fakt, dass er vergangene Saison bereits Topscorer vom AHC war, spielt er bescheiden herunter: "Da hatten wir noch zwei Mannschaften gestellt und ich hab für beide gespielt."
Der junge Gmundner spielt nun schon seit drei Jahren in Wels und überzeugt vor allem mit seiner Übersicht und Sprungkraft. Warum er kein Kicker wurde, sondern seine Treffer lieber mit der Hand erzielt, erklärt der Gymnasiast ganz simpel: "Meine Mutter war Handballtrainerin als ich ein Kind war, auch meine beiden älteren Schwestern haben gespielt, es wurde mir also quasi in die Wiege gelegt." Trotzdem weiß er genau, was er an dem Sport schätzt: "Die unglaubliche Schnelligkeit vom Spiel und man braucht wirklich einiges an Durchsetzungsvermögen."

"Dann wirds zum überlegen"

Nachdem er in seiner Jugend noch für die Union Gmunden auf Torejagd ging, wagte er schließlich 2015 den Sprung zum AHC Wels und somit den nächsten Karriereschritt. Auch das Nationalteam war für ihn ein Thema. "Früher hatte ich schon den Traum ins Nationalteam zu kommen, aber aufgrund der Schule ist das erstmal hinten angestellt", setzt der Jungspund Prioritäten. Dass im Handball nicht das große Geld im Vordergrund steht ist ihm klar, dass spiele aber auch keine Rolle: "Ich hab einfach Spaß am Spiel und bin froh hier spielen zu können." Dieser Spaß am Spiel soll sich natürlich auch in den Resultaten widerspiegeln, der Vizemeistertitel letzte Saison war längst nicht genug. "Unser großes Ziel ist der Landesmeistertitel und dass wir dann nächste Saison hoffentlich in der Regionalliga spielen können", so der wohnhafte Altmünsterer, der auf die Frage zu einem etwaigen Bundesligawechsel nur schmunzeln kann: "Wenn jemand aus der Bundesliga anklopft wirds natürlich zum überlegen (lacht). Aber grundsätzlich möchte ich hier in Wels bleiben und unsere Ziele erreichen." Nächste Gelegenheit diese Ziele zu untermauern bietet sich gleich im ersten Spiel nach dem Jahreswechsel, da ist man zu Gast beim Tabellenführer SK Keplinger-Traun.

"Ein richtiger Schritt"

Den Stellenwert von Handball in Österreich betrachtet Jakob realistisch: "Handball wird jetzt nie so groß wie Fußball oder Skifahren werden. Aber dadurch, dass der Sport mittlerweile an Schulen angeboten wird und Trainer Schulen besuchen um Kinder auf den Geschmack zu bringen war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung." Deshalb wagt er auch einen Blick über die Grenzen und zieht den Vergleich zu Deutschland: "Das sind dort andere Welten, wenn man sich die Aktionen anschaut." Ein nahe gelegenes Vorbild ist also durchaus vorhanden. Denn auch vom Zuschauerschnitt gibt es noch genügend Luft nach oben. "Es ist natürlich schade, eigentlich müssen wir froh sein wenn wir 10-15 Zuschauer haben", meint der Youngster, der zeigt, dass Handball auch in der Landesliga ziemlich zeit- und kräfteraubend sein kann. In der vergangenen Saison spielte er regelmäßig für zwei Teams und hatte so einen ziemlich vollen Terminkalender: "Manchmal hatte ich an einem Wochenende zwei Spiele und dann natürlich noch Training unter der Woche. Letzte Saison hatte ich allein im Grunddurchgang 34 Spiele, heuer sind es 14, das war schon kräfteraubend. Heuer verlangt der Coach von mir schon mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist zwar schwierig mit dem Druck, aber wir haben eine super Mannschaft, die da sehr zusammen hält." Und auch seiner Form tat das keinen Abbruch, mit seinem jugendlichen Elan fühlt er sich fit für weitere Aufgaben. Und wer weiß, vielleicht lesen wir in absehbarer Zeit vom neuen Stern am österreichischen Handballhimmel: Jakob Reiser.

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