Pferdetragödie in Axams: "Zeit für Abrüstung der Worte!"

Der Axamer Bürgermeister Christian Abenthung nimmt zu Vorwürfen nach der Pferdetragödie Stellung und spricht Klartext!
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  • hochgeladen von Manfred Hassl

Der Axamer Bürgermeister Christian Abenthung sieht sich ob der Pferdetragödie in Axams einem – wie es heutzutage so schön heißt – "Shitstorm" in den sozialen Netzwerken ausgesetzt. In einem offenen Brief, den wir hier im Original veröffentlichen, nimmt er dazu Stellung:

"Die Bilder zur Tiertragödie, die sich in Axams abgespielt haben, sind schrecklich. Dieser Vorfall gehört selbstverständlich und kompromisslos aufgeklärt. So wie es in einem modernen Rechtsstaat wie Österreich verfassungsrechtlich verankert ist.
Das alles wurde eingeleitet. Der Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck hat den Sachverhalt geprüft, im Zuge eines Lokalsaugenscheins aufgenommen und fachlich bewertet. Es wurde ein gerichtlicher Tatbestand festgestellt; die Staatsanwaltschaft wurde mit dem Fall befasst und wird in diesem laufenden Verfahren eine Entscheidung treffen. Erst dann sind - sofern der gerichtliche Tatbestand bestätigt wird - Konsequenzen seitens der Behörden rechtlich möglich. Diese Rechtssprechung obliegt unserer unabhängigen und weisungsfreien Gerichtsbarkeit.

Brutalität der Worte

Das alles ist bekannt und wurde medial berichtet. Und trotzdem erfolgen in unglaublicher Intensität und Brutalität übelste Beschimpfungen und leider auch Drohungen. Sicher auch gegen den Betreiber des Kutschenunternehmens – damit muss er selbst klarkommen.  Ebenso aber gegen die Gemeinde, gegen unser Dorf.

Wann ist zuviel zu viel?

Ich glaube, jetzt. Jetzt, wenn unsere Gemeinde öffentlich in ganz Österreich und im Ausland hingestellt wird, als hätten alle jahrelang wissentlich Tiermisshandlungen geduldet und akzeptiert. Jetzt, wenn wir als Dritte-Welt-Staat/Gemeinde bezeichnet werden. Jetzt, wenn wir als Dorfgemeinschaft in herabwürdigender Weise aufgefordert werden, unsere Lodenmäntel zurechtzuziehen, die Hirschgeweihknöpfe zuzuknöpfen und dem Ganzen ein Ende zu bereiten. Wie weit soll das gehen, dieses ein 'Ende bereiten'? Jetzt, wenn ganz offen gefordert wird, dass alle Urlauber unsere Gemeinde meiden sollen. Jetzt, wenn Drohungen schriftlich ausgesprochen werden, dass es sonst irgendwann zu spät ist und wir das nächste ... sind.

Rückkehr auf sachliche Ebene

Ich bitte bei allem Verständnis für die Emotionen, die dieser tragische Unglücksfall hervorbringt, wieder auf eine sachliche Ebene der Auseinandersetzung zurückzukehren. Es ist jetzt Zeit für eine Abrüstung der Worte. Ich bitte zu akzeptieren, dass sich die mit diesem Fall befassten Behörden sehr intensiv damit beschäftigen; dass sie das Tierwohl selbstverständlich an erste Stelle setzen. Ich bitte aber auch zu akzeptieren, dass es sich um ein laufendes Verfahren handelt und Vorverurteilungen nicht Teil eines demokratischen Rechtsstaates sein dürfen.

Zur Zuständigkeit der Gemeinde

Kutschenunternehmen benötigen kein Gewerbe. Bis 2016 war eine tierschutzrechtliche Bewilligung (zuständig: Bezirksverwaltungsbehörde) erforderlich, welche es nach einer Novelle nicht mehr braucht. Bei Missständen ist der Amtstierarzt zuständig. Dieser war und ist im gegenständlichen Fall – wie oben angeführt – tätig. Die Gemeinde hat keinerlei rechtliche Grundlage, ein Kutschenunternehmen zu bewilligen, respektive Kutschenfahrten zu verbieten. Dies liegt im Zuständigkeitsbereich der Bezirksverwaltungsbehörde.

Unwahre Anschuldigungen

Ich muss als Bürgermeister meiner Gemeinde zur Kenntnis nehmen, dass ich beschimpft und der Mitschuld bezichtigt werde, wissentlich Tiere und Menschen gefährden lasse, dass ich geschmiert werde und vieles weitere mehr.  Vorwürfe, die an den Haaren herbeigezogen sind und die schlichtweg nicht wahr sind. Das ist leider Teil des Politikverständnis in Teilen unserer Gesellschaft. Politiker darf man so ganz einfach anschütten und denunzieren. Was ich nicht akzeptiere ist, dass unsere Gemeinde pauschal verurteilt und medial in den Dreck gezogen wird. Es wird hier ganz gezielt versucht, den Eindruck zu vermitteln, dass bei uns Tiertragödien und Misshandlungen an der Tagesordnung stehen. Ich weise solche Anschuldigen mit allem Nachdruck zurück! Ich lasse nicht unwidersprochen zu, dass Axams in solch einer Weise völlig ungerechtfertigt diskreditiert und beschädigt wird. Diese Vorwürfe sind unsinnig, bösartig und wohl leider ausschließlich negativen Emotionen und nicht einer sachlichen Betrachtungsweise geschuldet."

Bürgermeister Christian Abenthung, Axams

Autor:

Manfred Hassl aus Westliches Mittelgebirge

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