Aufregung um die Eishalle in Götzens

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Dass sich Anrainer über eine bauliche Maßnahme aufregen und einen Bürgermeister an den Pranger stellen, hat man schon gehört. Dass aber auch der gescholtene Politiker die Beschwerdeführer in die Schranken weist, ist eher ungewöhnlich.

Neue Ausfahrt

Der Anlass liegt in einem Garagenanbau auf der Westseite der Eishalle in Götzens. Genauer: In diese Garage wurde vor kurzem ein elektrisches Tor eingebaut und eine Fläche asphaltiert. Die Eisreinigungsmaschine soll künftig hier ausfahren und die "Rückstände" im Freien lagern. Sehr zum Ärger der Anrainer der Wohnsiedlung, die sich darüber "überrascht und schockiert" zeigten. Das Schneedepot liege direkt vor ihren Schlaf- und Kinderzimmern, der Lärm würde durch die Ausfahrt der Maschine zunehmen, das "idyllische Flair" der Wohnsiedlung sei durch die Asphaltierung der einstigen Grünfläche gefährdet und eine Wertminderung der Wohneinheiten zu befürchten, so die Anrainer in der Planungsphase.

Vorhaben durchgezogen

Dass dieses Vorhaben inzwischen bereits realisiert wurde, treibt die Familien auf die Barrikaden. "Es hat zwar zuvor ein Gespräch mit Bgm. Hans Payr gegeben. Der Bürgermeister hat uns mitgeteilt, dass noch nichts feststehen und es sich nur um Überlegungen handeln würde", so Anrainerin Clara Haider. "Er hat uns versprochen, unsere Bedenken in einer für das Projekt anberaumten Sitzung vorzubringen und vor dessen Umsetzung auf uns zuzukommen. Telefonische Anfragen dazu wurden mit knappen Antworten abgefertigt, und auf ein Gespräch warten wir bis heute!"
Die Anrainer werfen Bgm. Hans Payr Rücksichtslosigkeit vor und wollen sich "nicht geschlagen geben", kündigt auch Carmen Schuler an: "Wir sind hier keinesfalls kleinlich, aber jetzt ist das Fass übergelaufen. immerhin geht es hier um die Lebensqualität unserer Familien – und da hätten wir uns die Möglichkeit einer vernünftigen Diskussion erwartet!"

Ärger beim Bürgermeister

Übereinstimmung ortet Bgm. Hans Payr nur in einem Punkt: "Das Fass ist übergelaufen", wobei er freilich das Verhalten der Anrainer meint. "Auf der einen Seite steht das Projekt, bei dem aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird", so der Bürgermeister. "Die elektrisch betriebene Eismaschine verursacht keinen Lärm, sie fährt maximal vier Mal pro Tag aus und lädt ab. Die Arbeitsabläufe werden vereinfacht und sind dadurch billiger."

Schnelle Umsetzung

Nach einer Begehung mit dem Gemeindevorstand – und dessen Zustimmung – habe es aus verschiedenen Gründen schnell gehen müssen, so Payr weiter. Ein Gespräch mit den Anrainern sei geplant gewesen, habe aber nicht stattfinden können. "Die Gründe dafür habe ich den Anrainern auch mitgeteilt. Ebenso, dass es zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden würde. In der Zwischenzeit haben sie aber den Volksanwalt, die Aufsichtsbehörde der Bezirkshauptmannschaft und die Medien eingeschaltet, um einen Wirbel zu inszenieren. Ich lasse mich keinesfalls auf diese Art und Weise unter Druck setzen," zürnt der Bürgermeister und will auch eines klarstellen: "Dieses Grundstück gehört nicht den Anrainern der Wohnanlage und es werden durch diese minimale Maßnahme auch keine Werte gemindert. Das Vorhaben wurde unter Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften realisiert – ein Gespräch wird es daher zu diesem Thema nicht mehr geben!"

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