Experte spricht sich für Fuchsjagd im Wienerwald aus

Erlegte Füchse im Wienerwald erhitzten die Gemüter von Tierschützern.
  • Erlegte Füchse im Wienerwald erhitzten die Gemüter von Tierschützern.
  • Foto: Animal Spirit
  • hochgeladen von Michael Holzmann

WIENERWALD (mh). Mit Entsetzen reagierten Tierschützer auf eine im Jänner im Wienerwald veranstaltete Fuchsjagd, bei der über 70 Tiere erlegt wurden (die Bezirksblätter berichteten). Der Tierschutzverein Animal-Spirit mit Sitz in Brand-Laaben hat als Konsequenz auf eine Jagdfeier in Klamm eine "Petition gegen die Fuchsjagd in Österreich" ins Leben gerufen: "Wir fordern mit dieser Petition die österreichischen Politiker auf, das völlig sinnlose Töten dieser wunderbaren Geschöpfe, das einzig der Lustbefriedigung der Freizeitjäger dient, schnellstmöglich zu verbieten", sagt Tierarzt und Animal-Spirit-Obmann Franz-Joseph Plank.

Petition gegen Fuchsjagd

Kein Verständnis für die Vorwürfe der Tierschützer kommt von der Jägerschaft der Region. "Das passt nur Leuten nicht, die keine Ahnung haben", schäumt Hegeringleiter Michael Göschelbauer senior aus Altlengbach zu den Anschuldigungen, dass "es keinerlei stichhaltige Argumente für dieses Abschlachten" gebe. Doch ist nun das Eingreifen in die Fuchspopulation im Wienerwald durch Bejagung aus wissenschaftlicher Sicht notwendig? Ein klares Ja kommt dazu von Walter Arnold, Professor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Geburtenkontrolle im Forst

"Ohne menschliches Eingreifen kann die Natur die Bestände nicht ausreichend regulieren", sagt der Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie auf Anfrage der Bezirksblätter. "Die Bejagung ist eine nötige Maßnahme." Hauptgrund für das stetige Anwachsen der Fuchsbestände sei die erfolgreiche Bekämpfung der Tollwut in Mitteleuropa, die in unseren Breiten nicht mehr existiere. "Durch das Wegfallen dieser Virusinfektion fehlt ein wesentlicher Sterblichkeitsfaktor unter den Füchsen", so Arnold.

Fuchsbandwurm ernsthaftes Problem

Auch die Sorge, dass sich Krankheiten wie Fuchsbandwurm und Räude durch zuviele Füchse verbreiten, sei laut Arnold berechtigt: "Der Fuchsbandwurm ist im Westen und mittlerweile auch im Osten Österreichs ein ernsthaftes Problem." Alternative Populationsregulierungen zur Bejagung sieht Walter Arnold keine: "Es gibt zwar diverse Ansätze für eine Geburtenkontrolle. Die Pille für Füchse ist aber bis jetzt kein Erfolgskonzept."

Zur Sache

Walter Arnold ist Professor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und leitet das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie. Die zentrale Aufgabe des Institutes ist es, Bedürfnisse und Verhalten von Wildtieren in ökologischen Zusammenhängen zu erforschen.

Siehe auch:

Wirbel um Winterfuchsjagd in Laaben

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