20.03.2017, 17:58 Uhr

Mein bester Freund: Die Tierretterin im Wienerwald

Tierärztin Ute Mehl mit dem Rüden Moritz, der an Ohrmilben leidet.

Serie zur Haustierhaltung in der Region: Wenn unsere Tiere ärztliche Versorgung benötigen. Wir haben Tierärztin Ute Mehl in Innermanzing besucht.

REGION WIENERWALD (mh). Wir leiden mit, wenn Kater Charly humpelnd nach Hause kommt oder Rex sich beim Spielen an den Lefzen verletzt. Im vierten Teil der Serie "Mein bester Freund" haben die Bezirksblätter einen Nachmittag in der Ordination von Tierärztin Ute Mehl in Innermanzing verbracht, sprachen mit ihr über die häufigsten Verletzungen und leisteten Tierbesitzern im Warteraum Gesellschaft, die versuchten, ihre Vierbeiner zu beruhigen.

Impfung für Kater Felix

Vor dem Eingang von Ute Mehls Ordination, direkt an der Hauptstraße in Innermanzing, warten am Freitag schon sieben Leute mit ihren tierischen Patienten, als die Tierärztin pünktlich um 16 Uhr aufsperrt. Während die anderen im bunten freundlichen Warteraum mit ihren Käfigen Platz nehmen, wird der vierjährige Kater Felix als erster Patient des Tages in den Behandlungsraum gebracht. "Das ist eine Routine-Untersuchung", erklärt Mehl, während sie den Kater auf die Waage stellt und danach sein Gebiss auf Zahnstein überprüft. "Eine Tollwut-Impfung gibt's diesmal auch", sagt die Tierärztin, während sie dem Tier routiniert ein "Jaukerl" gibt.

Notfall im Behandlungsraum

Plötzlich wird es laut im Warteraum, Carina M. und Gerhard F. bringen einen ganz jungen weißen Kater in den Behandlungsraum, den sie am Straßenrand gefunden haben. "Er ist gerade von einem Auto gestreift worden, aber er lebt noch." Ute Mehl beginnt sofort mit der Untersuchung. "Bei Katzen sind Autos der häufigste Verletzungsgrund", sagt sie, während sie die Reflexe des Tieres überprüft. Nach einigen geübten Griffen gibt es eine traurige Verdachtsdiagnose: "Wahrscheinlich ist die Wirbelsäule verletzt worden. Ich werde ihn stationär aufnehmen. Genaues wissen wir erst nach dem Röntgen."

Viele Verletzungen durch Autos

Doch Mehl beruhigt: "Viele Katzen können auch nach einer Querschnittslähmung ein fast völlig normales Leben führen." Mehl weiß, wovon sie spricht, sie hat sich auf die Behandlung von Tieren mit Behinderungen spezialisiert. "Ich habe schon viele gelähmte Katzen oder Hunde mit fehlenden Läufen an liebevolle Plätze vermittelt. Diese Tiere haben eine völlig normale Lebensqualität. Man muss nicht jedes Tier sofort einschläfern, nur weil ein Bein fehlt."

Tiere mit Behinderung

Nach der Aufregung kehrt wieder Routine ein. Der Rüde Moritz hat Ohrmilben, die entfernt werden müssen. Mehl reinigt mit einem Wattestäbchen die Gehörorgane und meint abschließend: "Das sieht ja sehr gut aus. Gleich kannst du wieder herumtollen."

Zur Sache

In der Region gibt es 21 Tierärzte. Einen Notruf rund um die Uhr bietet beispielsweise Tierarzt Josef Schick in Ollersbach an: 0664 44 49 995.

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