09.05.2016, 10:05 Uhr

Amstettner City: Begegnungszone und Gegenverkehr als Lösungsansätze

Roman Schwarzenecker, Ursula Puchebner, Maria Ettlinger bei der Präsentation.

Fiasko in der Amstettner Innenstadt wird durch aktuelle Standort- und Marktanalyse mit Zahlen verfestigt.

STADT AMSTETTEN. Die Beratungsgesellschaft Standort und Markt analysierte die Amstettner Innenstadt und kam zu einem Ergebnis, das viele Amstettner nicht überraschen dürfte. Fakten und Zahlen belegen einen teilweise desaströsen Ist-Zustand entlang Wiener Straße und Hauptplatz.

Es kriselt in der City

Die Innenstadt hätte sich in den letzten Jahren nicht zum Besseren entwickelt, stellt Experte Roman Schwarzenecker klar. Die Leerstände seien ein Alarmsignal. Im Vergleich zu den 22 größten Innenstadtbereichen Österreichs hätte Amstetten im Verhältnis dreimal so viele Leerstände (12 Prozent). Gehe man von der Marktbeurteilung aus, hätte die Innenstadt derzeit weder Potenzial und wäre schon gar nicht gesund. Sie befindet sich (ohne CCA) schlichtweg in der Krise. Beim sogenannten Mieterattraktivitätsindex ist die Innenstadt nicht viel attraktiver als Amstetten Ost (Merkur, Hofer, Möbelix).
Eine "Politik der kleinen Schritte" sei notwendig, um die Aussichten der City zu verbessern, erklärt Schwarzenecker und bietet Lösungsansätze.

Aus für die Einbahn

Aufgrund der zentralen Lage und des umgebenden Einzugsgebiets müsse die Innenstadt auf Erreichbarkeit mit dem Auto und auf entsprechende Parkmöglichkeiten setzen. Auch in Hinblick auf die Konkurrenz mit den Fachmarktzentren in der Peripherie. Von Osten her sind die Geschäfte der Wiener Straße ab der Bahnhofsstraße durch die Einbahnregelung schwer erreichbar. Ein Ende der Einbahnregelung könnte neue Anreize schaffen.

Die "Begegnungszone"

Die Rathausstraße könnte zur Begegnungszone werden. Die Straße müsse als "Brückenkopf" zum Hauptplatz dienen. Die Innenstadt braucht ein durchgängiges Thema in Form einer Ergänzung zum CCA, nicht als deren Konkurrenz. "Das CCA ist nicht der Feind der Innenstadt", sagt Schwarzenecker. Zudem sollten der Hauptplatz und die Wiener Straße attraktiver gestaltet werden. Es bräuchte ein "Ich-bin-Amstettner-Feeling", sagt Schwarzenecker.

Parken: Gratis und Gebühr

Gratisparken wäre beim Parkplatz bei der Alten Zeile möglich. Gratis-parken in der gesamten Innenstadt würde Schwarzenecker auch in Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Parkplätze nicht empfehlen.

Leerflächen füllen

Leitbetriebe müssten in die Innenstadt gelockt werden und strategisch platziert werden, so der Experte. Generell müsse man sich zunächst auf die besten Lagen entlang Wiener Straße und Hauptplatz konzentrieren. Große Angebotsdefizite seien durch den Branchenmix ersichtlich. Es fehle etwa an einem vollwertigen Lebensmittelhandel und an der Vielseitigkeit einer qualitativen Gastronomie. "Ich habe noch nirgendwo so viele Stangen- und Tanzlokale gesehen wie in Amstetten", meint der Experte.



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