25.04.2016, 08:00 Uhr

"Unvermeidlich, erkrankte Bäume zu fällen"

Stadtgemeinde Braunau äußert sich zu den vielen Holzfällungen

BRAUNAU (ebba). Bäume sind wichtig für unser Klima. Das ist auch den Bürgern in Braunau bewusst. Die Sorge um die Umwelt nahm in den vergangenen Wochen und Monaten bei vielen zu, da es entlang der Enknach und in der Au zu einer "noch nie dagewesenen Häufung von logisch nicht erklärbaren Holzfällungen kam", wie es Hermann Würflingsdobler sen. beschreibt.

Die BezirksRundschau hat daraufhin bei der Stadtgemeinde Braunau nachgefragt: Zum Teil handle es sich bei den gefällten Bäumen – wovon sich einige in Privatbesitz befinden – um Eschen, die vom Eschentriebsterben befallen waren. Einige Bäume waren wiederum von Bibern stark angenagt und mussten aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Sie drohten nämlich umzustürzen und hätten so Passanten verletzen oder die Gehwegbrücke über die Enknach beschädigen können. Laut Stadtgemeinde entschied sich der Eigentümer zur Entfernung weiterer Bäume. Dies stehe dem Eigentümer der Bäume frei.

Wie die Stadtgemeinde Braunau schon des Öfteren mitgeteilt hat – die BezirksRundschau berichtete – sind leider nahezu alle Eschen in Braunau vom Eschentriebsterben betroffen. Es handelt sich dabei um eine in Europa weit verbreitete Baumkrankheit. "Daher mussten und müssen zahlreiche Bäume im gesamten Stadtgebiet gefällt werden", heißt es vonseiten der Stadtamtes. So etwa entlang des Innradweges oder im Auwald, wo der Baumbestand sehr viele Eschen umfasst.

Die erkrankten Bäume sind ein akutes Sicherheitsrisiko, da abgestorbene Äste abzubrechen oder ganze Bäume umzustürzen drohen und dadurch Menschen verletzt oder sogar getötet werden könnten.

Im Laufe der kommenden Jahre müssen im gesamten Stadtgebiet zahlreiche weitere befallene Eschen entfernt werden, um der Krankheit Einhalt zu gebieten und gesunde Bäume zu schützen. Ab einem gewissen Schädigungsgrad sei es unvermeidlich, die erkrankten Bäume zu fällen. Anlass zur Hoffnung gebe jedoch die Tatsache, dass rund ein bis fünf Prozent der Eschen mittlerweile Resistenzen bilden. Diese Bäume werden gezielt gefördert.

"Dass derzeit so viele Bäume gefällt werden, ist schmerzhaft, aber leider notwendig", heißt es im Statement der Stadtgemeinde weiter. Es dürfe aber kein Risiko für Leib und Leben eingegangen werden, wenn Bäume umsturzgefährdet sind oder Äste abbrechen könnten. In dichter bewaldeten Bereichen, durch die keine Wege führen, werden die Bäume übrigens dem natürlichen Prozess überlassen.

Vorsicht bei eigenen Bäumen

Für Schäden, die durch Bäume entstehen, haftet der jeweilige Eigentümer. Daher wird Privatpersonen geraten, bei ihren Bäumen auf Symptome wie Rindenverfärbungen, Blattflecken oder Laubverlust zu achten. Nähere Infos gibt es unter www.eschentriebsterben.org. Auch die Stadtgemeinde Braunau steht unter Tel. 07722/64516-70 für Auskünfte gerne zur Verfügung.

Fotos: Würflingsdobler
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