03.10.2016, 16:42 Uhr

OMV Gänserndorf: Es geht wieder bergauf

OMV-Vorstand Johann Pleininger präsentiert erfreuliche Pläne für den Standort Gänserndorf.

Der rasant gesunkene Ölpreis hatte die OMV in Bedrängnis gebracht, jetzt plant man wieder Investitionen im Bezirk.

BEZIRK. Das harte Geschäftsjahr 2016 geht dem Ende entgegen. Der niedrige Ölpreis hatte die OMV dazu gezwungen, Investitionen zurückzufahren, heuer wurden und werden keine Bohrungen in Österreich getätigt.
Nun signalisiert Vorstand Johann Pleininger eine Trendwende: In den kommenden Jahren will man um 40 Prozent mehr als heuer investieren. 2016 betrug das Investitionsvolumen der OMV in Österreich 60 Millionen Euro. "In starken Jahren waren es 150 Millionen Euro", sagt Pleininger. Voraussetzung, dass der Plan aufgeht, ist allerdings, dass der Ölpreis, der Anfang des Jahres auf nur 30 Dollar pro Barrell gefallen war und jetzt wieder bei 40 Dollar liegt, nicht erneut sinkt.

Bohrungen im Weinviertel

Geplant sind zwölf Bohrungen nach Öl und Gas, etwa in Altlichtenwarth, Bernhardsthal, Höflein, Matzen, Prottes, Schönkirchen und Roseldorf. Zwei Drittel sind Produktionsbohrungen, bei denen bestehende Anlagen optimiert werden, ein Drittel werden Explorationsbohrungen sein.
Die angekündigten Investitionen werden als Bekenntnis zum Standort Gänserndorf bezeichnet, wenngleich die Zahl der Arbeitsplätze in der Bezirkshauptstadt weiter sinken wird. Durch Pensionierungen und Sozialpläne werden pro Jahr durchschnittlich 20 Arbeitsplätze abgebaut. Beschäftigte die OMV im Bezirk vor 20 Jahren noch 5000 Menschen, sind es mit Ende des Jahres noch 610 und in absehbarer Zeit nur mehr 500.
Pleininger blickt dennoch optimistisch in die Zukunft des Standortes: Im vor zehn Jahren errichteten Labor entwickelt man neue Technologien die im Freiluftlabor getestet werden. So forscht man im Bereich der Wasserwirtschaft. Nur sieben Prozent des geförderten Materials sind Erdöl, 93 Prozent sind Millionen Jahre altes Salzwasser, das gereinigt und in die Lagerstätten gepumpt wird. Zudem wird im Bereich der Nanotechnologie geforscht.
"Diese neuen Technologien werden in weiterer Folge international angewandt", teilt Pleininger mit und bezeichnet die OMV Austria als "Technologiezentrum" des gesamten Konzerns.

Zur Sache

Die Geschichte der OMV begann im Bezirk Gänserndorf, Gösting II war 1934 die erste wirtschaftliche Bohrung auf österreichischem Staatsgebiet. Seitdem wurden 2200 Bohrungen in der Region abgeteuft. 5,7 Millionen Fass Öl pro Jahr und 6 Millionen boe Gas pro Jahr werden in Österreich gefördert. Die Förderung ist für die nächsten 20 Jahre gesichert, mit neuen Technologien plant man, den Produktionszeitraum um weitere 15 Jahre zu verlängern.
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