09.05.2016, 14:29 Uhr

Die Eisheiligen kommen - 12. bis 15. Mai

Dieses Jahr wird die kalte Sophie ihrem Namen gerecht: Das Wetter wird kalt, nass und trüb. (Foto: Aurelia Weigl/Regionautin aus Liezen)

Am 12. Mai kommen für vier Tage die Eisheiligen: Ein wichtiger Zeitraum für Bauern und Hobbygärtner. Laut Volksmund ist erst nach der kalten Sophie die frostige Zeit vorbei.

TIROL. „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie.", so der Volksmund. Erst nach der kalten Sophie gäbe es keinen Frost mehr.

In den tiefen Lagen ist Frost im Mai selten

In Innsbruck kommt es - auch zu den Eisheiligen - rund alle zwei Jahre zu Frost. In den höher gelegenen Gebieten wird es aber auch zu dieser Jahreszeit immer wieder frostig. „In diesen Regionen ist sogar Anfang Juni noch leichter Morgenfrost möglich“, so UBIMET-Meteorologe Josef Lukas.
Die Eisheiligen gehören zu den meteorologischen Ereignissen, die wiederholt auftreten. Man spricht hier von einer sogenannten Singularität. Immer wieder kommt es in diesem Zeitraum zu Kaltlufteinbrüchen mit Schneefällen in höher gelegenen Tälern. „In der Meteorologie gilt allerdings generell die Zeit vom 10. bis 25. Mai als Zeitraum der Eisheiligen“, sagt Josef Lukas.

Die Eisheiligen und die Klimaveränderung

Auch in Bezug auf die Eisheiligen macht sich die Klimaveränderung bemerkbar. Immer wieder bleiben die Eisheiligen ganz aus, manchmal dreht sich das Wetter sogar um. „Häufig verhielt sich das Wetter sogar umgekehrt, wodurch sich bei manchen der Begriff „Schweißheiligen“ entwickelt hat", so Josef Lukas. Immer wieder fallen in diesen Zeitraum die ersten heißen Sommertage mit rund 30 Grad.

Trüb, nass und mit der "kalten Sophie" auch kalt

Dieses Jahr machen sich die Eisheiligen allerdings wieder bemerkbar. Allerdings bringen sie keinen Frost mit sich. Die Wetteraussichten sind mild und nass. Erst die kalte Sophie könnte Ihrem Namen durchaus gerecht werden und in den Alpen oberhalb von 1.000 bis 1.500 m noch einmal einen verspäteten Wintergruß bringen.

Hintergrundwissen Eisheiligen
Die Eisheiligen stammen aus dem Mittelalter. Vor allem die bäuerliche Bevölkerung war von spätem Frost und den dadurch entstandenen Ernteeinbußen betroffen. Aus Ehrfurcht vor diesem Witterungsphänomen entstanden Gedenktage für Heilige und Märtyrer. Je nach Region sind das drei bis fünf Eisheilige
  • Mamertus, Bischof von Vienne – 11. Mai (nur Norddeutschland)
  • Pankratius, frühchristlicher Märtyrer – 12. Mai
  • Servatius, Bischof von Tongeren – 13. Mai
  • Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer – 14. Mai
  • Sophia „Kalte Sophie“, frühchristliche Märtyrerin – 15. Mai
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