01.07.2016, 11:12 Uhr

Kitzbühel ist das teuerste Wohn-Pflaster Österreichs

2016: Der Bezirk Kitzbühel ist das teuerste Pflaster Österreichs, bei Wohnungen und Häusern. Baugrund ist ein bisschen günstiger geworden. (Foto: Archiv/Hofer)

Ob Miete oder Eigentum, im Bezirk Kitzbühel hat der Begriff "günstig" eine andere Bedeutung - zeigt der neue Immobilienpreisspiegel 2016.

TIROL/KITZBÜHEL. Der Immobilienpreisspiegel "reflektiert die im vergangenen Jahr erzielten Durchschnittspreise für verschiedene Liegenschaftsarten in allen politischen Bezirken Österreichs“, erklärt Robert Moll, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Tirol. Dabei zeigt der druckfrische Immobilienpreisspiegel 2016, dass in ganz Österreich die Preise in den letzten Jahren nur moderat gestiegen sind. Immobilien sind jedoch nach wie vor als Anlage heiß begehrt.

Kitzbühel: 1,1 Millionen Euro im Schnitt für ein Einfamilienhaus

Der österreichweite Durchschnittspreis legte im Jahresabstand um 5,7 % zu und lag Mitte 2016 bei Einfamilienhäusern erstmals über 200.000 €. Die höchsten Preissteigerungen mit 3,5 % gab es in Tirol. Der Preis pro m² liegt nun bei durchschnittlich 2.356,4 €. All das ist für den Bezirk Kitzbühel jedoch ein Schnäppchen. Trotz einer beachtlichen „Talfahrt“ der Preise im ersten Halbjahr von rund 7.700 €/m² im Jänner 2016 auf rund 5.600 €/m² im Mai 2016, bzw. 5.700 €/m² im Juni, war und ist einmal mehr Kitzbühel das teuerste Pflaster in Österreich. Ein Haus kostet im Schnitt mittlerweile 1,1 Mio. €. Für ein Viertel der Immobilien sind hier sogar jeweils mehr als 1,8 Mio. € zu berappen.
Bei den Großstädten sind die Preise in Innsbruck mit typischerweise 703.915 € für ein Einfamilienhaus am höchsten - dahinter folgen Salzburg mit durchschnittlich 500.812 € und Wien mit 443.580 €.

Eigentumswohnungen - teuer, teurer, Kitzbühel

Die Preise für neue Eigentumswohnungen sind in Tirol in einigen Fällen leicht gesunken. Hauptsächlich jedoch sind Preiserhöhungen feststellbar. Die Preiserhöhungen sind unabhängig der Wohnlage und des Wohnwertes sehr unterschiedlich. Die höchsten Preissteigerungen gab es in den Bezirken Innsbruck-Stadt, Schwaz und Kufstein.
Die Top 6 der teuersten Gemeinden im Bezirk Kitzbühel sind Aurach, Reith, Kirchberg, Kitzbühel, Oberndorf und St. Johann, dicht gefolgt von Jochberg.
In den sechs teuersten Gemeinden des Bezirks zahlt man im Schnitt pro m² Wohnfläche für neue Eigentumswohnungen zwischen 5.200 € (St. Johann) und 7.300 € (Aurach). Die günstigsten Gemeinden des Bezirks sind Waidring, Schwendt und St. Jakob. Hier kann man, mit viel Glück, einen m² neuer Wohnfläche um unter 2.000 € erstehen. Im Schnitt ergibt die Berechnung der m² Preise für den Bezirk im Bereich Neubau-Eigentumswohnung einen aktuellen Wert von 4.900 €. Im ersten Halbjahr 2016 sind die Preise leicht gesunken, im Jänner 2016 musste man mit einem durchschnittlichen Kaufpreis von 5.200 €/m² rechnen, vor einem Jahr etwa zahlte man jedoch durchschnittlich „nur“ 4.600 €/m². In dieser Preisklasse spielen neben dem Bezirk Kitzbühel in ganz Österreich nur Wien (Innenstadt, Döbling und Hietzing), die Salzburger Innenstadt und Innsbruck mit.
Zum Vergleich: In gesamt Tirol muss man 2.900 €/m² auf den Tisch legen, in Niederösterreich rund 1.800 €/m² - mit einem Preisrückgang von 6 %. Tirol verzeichnet im Bundesvergleich die größte Steigerung bei den Preisen im ersten Halbjahr 2016 (+4,7 %).
Bei gebrauchten Eigentumswohnungen hat sich der Höhenflug der Preise weiter eingebremst. Ausnahme ist, wenig überraschend, Tirol, wo die Durchschnittspreise in diesem Segment um 10,2 % auf rund 2.200 €/m² zugelegt haben. Der höchste Preis pro m² wurde im vergangenen halben Jahr in Innsbruck erzielt: 2.935,2 €/m².

Auch das Mieten muss man sich leisten können

Mietpreise pro Quadratmeter betragen im Bezirk rund 17,2 €/m² in Reith oder Kitzbühel, etwa 14 €/m² in Oberndorf, St. Johann oder Kirchberg und 6 € bis 10 €/m² in Schwendt oder Waidring, durchschnittlich jedoch rund 12,04 €/m². Mehr zahlt man nur in Innsbruck Stadt (12,4 €/m²) und in der Wiener Innenstadt (13,5 €/m²). Zur Miete unter 5 €/m² wohnt man in einzelnen Bezirken des Burgenlands, Kärntens oder der Steiermark, aber sicher nicht in Kitzbühel.

Vielleicht ein bisschen Baugrund...

Am wenigsten kletterten die Preise für Baugrundstücke mit einem Plus von 1,5 % in Tirol – der durchschnittliche Quadratmeterpreis dafür lag bei 384 €. Absoluter Spitzenreiter war erneut Wien, wo der Quadratmeter Baugrund mit 615,2 € zu Buche schlug. Am günstigsten waren Baugrundstücke mit 79,20 € (+2,5 %) in der Steiermark. „Die Grundstückspreise für Einfamilienhäuser haben in den einzelnen Bezirken eine unterschiedliche Entwicklung genommen. Es sind sowohl Preisreduktionen, wie etwa in den Bezirken Kitzbühel und Landeck, sehr moderate Preissteigerungen, beispielsweise in Innsbruck-Stadt bei normaler und guter Wohnlage, aber auch überproportionale Preiserhöhungen feststellbar“, so Fachgruppen-Stv. Arno Wimmer. Teuerer Baugrund ist im Schnitt um zwischen 760 €/m² (St. Johann) bis 980 €/m² (Reith) zu haben. Günstiger geht’s in St. Ulrich, Waidring, Kössen oder Hochfilzen, nämlich mit einem Quadratmeterpreis unter 300 €.

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