Kinderlärm macht krank – soweit sind wir schon

Kinderlärm macht krank (Foto: money.de.msn.com)
KOMMENTAR:

Unlängst verfolge ich in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ einen Bericht, in dem sich ein Ehepaar in Brunn im Rahmen eines Bauverfahrens gegen zu erwartenden Kinderlärm eines Kindergartens verwehrt und versucht einen geplanten Kindergartenbau mit allen möglichen Rechtsmitteln abzuwenden.

Ein anderes Mal zieht jemand vor Gericht, weil ihm der morgendliche Weckruf eines tüchtigen Hahnes vom nahegelegen Bauernhof auf die Nerven geht.

Voriges Jahr (vielleicht liegt es auch länger zurück) traut sich ein Mensch tatsächlich vor die Kamera und regt sich in der ORF-Sendung „Tirol heute“ darüber auf, daß in der Umgebung von Schloß Amras bei Innsbruck Pfaue so laut schreien, daß es ihn, den Beschwerdeführer, stört und die Verwaltung gefälligst etwas dagegen unternehmen müßte.

Wir werden es erleben, daß Bäche ausgekoffert und zugedeckt werden müssen, weil Anrainer wegen des Rauschens Alpträume haben.

Wir werden es erleben, daß unsere Jäger Hirsche noch vor der Brunft abschießen müssen, weil sich irgendwelche Hüttenpächter wegen der unheimlichen Brunftschreie (Röhren) in die Hos’n machen.

Was ist los mit manchen Menschen? Sind die nicht mehr ganz dicht? Wenn Tierlärm, ja sogar Kinderlärm für Menschen immer mehr eine Belastung wird, dann sollte man doch nicht den Lärm hinterfragen und bekämpfen, nicht Pfaue verjagen, nicht Kindergärten verhindern, sondern eher die Beschwerdeführer umgehend in eine Nervenklinik einweisen. Das ist doch nicht normal.

Am Mittwoch 16. Februar, höre ich mit Freuden in deutschen Nachrichten, daß von einem Gericht Kinderlärm neu definiert wurde und ab sofort kein Lärm mehr ist sondern akzeptiert werden muß - das nenne ich eine gute Entscheidung eines schneidigen Gerichtes.

Wer selbst solche G’schichtl’n kennt, sollte diese unbedingt veröffentlichen. Es gibt Gott sei Dank genug beherzte Menschen, Journalisten und Redakteure mit gesundem Hausverstand, die über derartige Zustände nur mehr den Kopf schütteln können.

"Es muß was passieren, damit was passiert!"

E-Mail an den Verfasser: klaus.madersbacher@kundl.at
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Franz S. Sommeregger aus Seekirchen am Wallersee | 17.02.2011 | 09:57  
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