22.08.2016, 17:44 Uhr

Mittersill, Stuhlfelden, Hollersbach: "Pfiat di Gott, Herr Pfarrer, und alles Gute!"

Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Mittersill: Dechant Tobias Giglmayr. (Foto: Pfarre Mittersill)
MITTERSILL (cn). Mit kommenden September wird Tobias Giglmayr, derzeit noch Dechant und Pfarrer von Mittersill, Stuhlfelden und Hollersbach, neuer Regens (das ist eine Art Direktor) im Priesterseminar Salzburg.

In wenigen Worten zusammengefasst, wird es dort seine Aufgabe sein, die Priesteramtsanwärter vor allem persönlichkeitsbildend zu begleiten. Das Studium an sich absolvieren die Männer in der Theologischen Fakultät der Universität.

"Ich habe dieses Amt keineswegs angestrebt..."

Was hier recht nüchtern klingt und zudem als ordentlicher Karrieresprung bezeichnet werden kann, war und ist für den 56-jährigen Pfarrer kein Grund zum Jubeln: "So ein Amt habe ich keineswegs angestrebt und ich verlasse Mittersill und die Menschen in den drei Pfarrgemeinden sehr ungern. Beim diesbezüglichen Gespräch mit unserem Erzbischof habe ich ihn gefragt, ob er nicht lieber einen jüngeren Seelsorger mit der Aufgabe als Regens beauftragen möchte. Er meinte dazu unter anderem, dass ich das gut machen würde, weil ich ein väterlicher Typ sei. Diese Aussage hat mir schon gefallen, denn eine Vaterfigur zu sein, ist etwas Schönes."

Früher bei BMW Austria

Apropos Vater: Tobias Giglmayr ist einst als eines von fünf Kindern einer Landwirtsfamilie in St. Georgen im Flachgau aufgewachsen. "Die Eltern waren sehr fromm und der sonntägliche Kirchgang war für uns alle selbstverständlich. In meiner Jugend befand ich jedoch, dass einiges von dem, was beim Gottesdienst gesagt wird, für mich keineswegs passt. Ich führte ein ,ganz normales' Leben wie meine Freunde, habe die Landwirtschaftsschule besucht und später bei BMW Austria gearbeitet. Für die Zukunft habe ich mich als verheirateten Mann und Vater von zwei Kindern gesehen."

"Ich habe mich gewehrt"

Der Ruf Gottes ereilte den Seelsorger dann ganz plötzlich im Alter von 25 Jahren.
"Ich bin wirklich erschrocken darüber und habe zwei Jahre lang überlegt, ob ich tatsächlich Pfarrer werden soll. Ich habe mich sehr gewehrt und fand tausend Gründe, die dagegen sprachen. Aber im Innersten wusste ich, dass es das Richtige ist." Es galt also, das Theologiestudium zu absolvieren, zuvor musste die Berechtigungsprüfung dafür abgelegt werden. Der Weg als Priester führte zu mehreren Pfarren in Tirol. Die längste Station dort war Kundl.

Der Seelsorger sinngemäß: "Als ich damals nach elf Jahren nach Mittersill musste, war ich auch gar nicht erfreut. Erstens gefiel es mir in Kundl sehr gut und zweitens gehört Mittersill in ,Seelsorgerkreisen' nicht zu den beliebtesten Pfarren. Aber dieses Vorurteil hat sich keinesfalls bestätigt und ich kann meinen Nachfolger, Pfarrer Adalbert Dlugopolsky aus St. Johann, diesbezüglich sehr beruhigen."

Drei Abschiedsgottesdienste

An der Beliebtheit von Tobias Giglmayr jedenfalls besteht kein Zweifel, dies bewiesen die Stuhlfeldner und Hollersbacher unter anderem auch bei den berührenden Abschiedsgottesdiensten am 15. und am 21. August. Am kommenden Sonntag wird es in Mittersill "ernst" mit dem offiziellen Abschiednehmen in der Pfarrkirche: "Pfiat di, Herr Pfarrer und beste Wünsche für die neue Aufgabe!"


ZUR SACHE

Weitere Veränderungen bei den Zuständigkeiten der Pfarrer: Wie bereits berichtet, wird Dechant Roland Rasser (bisher Saalfelden) Dompfarrer in Salzburg. Ihm folgt in Saalfelden Alois Moser nach. Nach Mittersill, Hollersbach und Stuhlfelden kommt aus St. Johann/Pg. Pfarrer Adalbert Dlugopolsky. Pfarrer Jürgen Gradwohl (dzt. Saalbach, Maishofen, Viehhofen) ist in Zukunft für zwei Tiroler Pfarren zuständig; sein Nachfolger ist Seelsorger Peter Kuzma (bisher priesterlicher Mitarbeiter in Embach, Lend und Dienten). Für die Pfarren Neukirchen, Wald und Krimml kommt Seelsorger Christian Hödlmoser. Auch im Bereich der Kooperatoren und der Pastoralassistenten und -assistentinnen gibt es etliche Veränderungen.
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