12.04.2016, 07:00 Uhr

„Infrastruktur kann sich sehen lassen!“

Bgm. Markus Gerber ist es wichtig, in allen Bereichen am aktuellen Stand zu sein.

Markus Gerber (37) ist drittjüngster Bürgermeister im Bezirk Reutte. Wir baten ihn zum Gespräch.

ELBIGENALP (rei). Der neue Bürgermeister von Elbigenalp gehört zu den acht neuen Gemeindechefs im Bezirk. Im Bezirksblätter-Gespräch erklärt er, was sich im „Duarf“ in nächster Zeit alles tut.

Sie sind seit 28. Februar neuer Bürgermeister von Elbigenalp. Sind Sie jetzt an Ihrem Ziel angekommen?
GERBER.
Am Ziel angekommen? Ich weiß nicht. Wie ich in der Vorperiode erstmals mit einer eigenen Liste bei der Gemeinderatswahl antrat, war mir und meinen Listenkollegen klar, dass zum Erfolg auch das Bürgermeisteramt gehört.

Jetzt haben Sie dieses Amt und die Mandatsmehrheit, aber nicht die absolute Mehrheit im Gemeinderat. Wie wirkt sich das aus?
Die Wahlen sind vorbei. In einem Dorf wie Elbigenalp müssen alle an einem Strick ziehen, über die Fraktionsgrenzen hinweg. Wir haben daher auch die kleinen Listen im Ort eingebunden und sie in Ausschüssen verankert. Nur gemeinsam bringen wir Elbigenalp weiter.

Was konkret wollen Sie denn weiterbringen?
Ganz oben auf der Liste stehen zwei Themen, die aber stark ineinandergreifen. Wir sind in der glücklichen Lage, dass die Bevölkerungszahl wächst. Es gab viele Geburten im Ort, ein neues Siedlungsgebiet wurde geschaffen und damit verbunden steigt die Einwohnerzahl. Wir stehen jetzt vor der Herausforderung, einen neuen Kindergarten zu errichten. Dieses Thema beschäftigte schon den alten Gemeinderat und ein Projekt war schon weit herangereift. Ich bin von diesem Konzept aber nicht ganz überzeugt, weil wir auch in Sachen ärztlicher Versorgung Neues brauchen. Wir haben das große Glück, dass zwei junge Ärztinnen aus dem Dorf bei unserer Sprengelärztin Erika Lackner in der Praxis mitarbeiten und Erfahrungen sammeln können. Sie werden sich hoffentlich bei uns einmal mit einer eigenen Praxis niederlassen. Dafür müssen wir den Platz schaffen. Mir schwebt vor, diese Praxis im selben Haus wie den neuen Kindergarten unterzubringen. Wenn uns das gelingt, haben wir bald einen neuen, schönen Kindergarten und können einen wichtigen Beitrag leisten, die medizinische Versorgung im Tal sicherzustellen.

Das klingt interessant. Gibt es schon einen zeitlichen Fahrplan für die Umsetzung?
Ideal wäre, wenn wir die Planung baldmöglichst abschließen und noch heuer zu bauen beginnen könnten. Dann wäre die Fertigstellung 2017 möglich. Das wäre enorm wichtig, gerade auch für unsere ganz kleinen Bürger. Derzeit haben wir im Kindergartenbereich nämlich eine Containerlösung, das kann kein Dauerzustand sein.

Wie sieht es denn wirtschaftlich in der Gemeinde aus?
Unser Problem ist, dass wir kein Gewerbegebiet haben. Es ist auch schwierig, ein solches auszuweisen. Entweder sind wir dann mit einem solchen nahe an bewohntem Gebiet dran, oder wir bewegen uns zu nahe an das Natura2000 Schutzgebiet heran. Dennoch sind wir wirtschaftlich gut aufgestellt. kdg ist für uns enorm wichtig. Dazu kommt eine stattliche Zahl an kleineren Betrieben unterschiedlichster Zuordnung. Dass wir gleich zwei große Lebensmittler haben, ist ein Glücksfall. Und der Tourismus ist ein enorm wichtiges Standbein für uns. Ich denke, die Infrastruktur im Ort kann sich sehen lassen.

Elbigenalp ist aber auch so etwas wie das Dorf der Kultur.
Ja, ganz sicher. Schnitzen ist Kunst und Handwerk gleichermaßen. Dann haben wir die Geierwally-Freilichtbühne und jetzt auch noch die Wunderkammer. Alles greift ineinander. Ich denke, das muss man andernorts erst finden.
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