19.05.2016, 13:00 Uhr

Mit Freigegenstand zum Profi-Fischer

Daniel Zlanabitnig macht es Spaß, den Unterricht am See zu verbringen (Foto: KK)

Schüler der NMMS Seeboden tauschen sich im Unterricht mit Fischern aus und lernen das Handwerk.

SEEBODEN. Die Schüler der Neuen Musikmittelschule (NMMS) Seeboden haben in ihrem Stundenplan einen besonderen Freigegenstand: Durch "Angewandte Fischökologie" erlernen sie alle nötigen Kenntnisse für das Fischen im Millstätter See.

Umfangreicher Lehrplan

"Seit zwei Jahren wird in der Schule für interessierte Kinder der Freigegenstand angeboten. Die Lehr- und Lerninhalte umfassen alle Bereiche des Fischens", so Ino Bodner, Obmann und Aufsichtsorgan des Fischereiverbandes Millstätter See und Lehrer an der NMMS. Die Inhalte umfassen Fischkunde, Kennzahlen des Sees wie Zonierungen, Pflanzen und Tiere, Wasserqualität, Gewässerkunde Kärntens und Oberkärntens, Geräte- und Knotenkunde, Einkaufsberatung für Fischereiartikel durch den Fachmann sowie Rechtskunde - Erlaubtes und Verbotenes nach dem Kärntner Fischereigesetz.

Fischerkarte in Reichweite

"Am Ende des Unterrichtsjahres hat jeder Schüler eine Mappe mit allen Informationen zum Nachlesen und Weiterarbeiten gestaltet. Daneben besuchen alle Schüler die notwendige Unterweisung nach Paragraf 26 des Kärntner Fischereigesetz, um die begehrte Jahresfischerkarte erwerben zu können. Damit dürfen sie erstmals einen Erlaubnisschein fürs Fischen im Millstätter See lösen", erklärt Bodner.

Praxisteil am See

Der Praxisteil findet am ersten verlängerten Wochenende im Mai (oder Juni) statt. Dabei stehen der Fischereiverwalter und Aufsichtsorgane des Fischereiverbandes sowie erfahrenen Fischer als Begleitpersonen zur Verfügung. "Besonders bedanken darf ich mich bei Fischern aus Lienz, die extra für die Jugend nach Seeboden kommen. Ausgewählte Exkursionen wie zum Beispiel Kennenlernen der Grenzen der Seelehen des Millstätter Sees folgen im Juni", ergänz Bodner.

Austausch mit Profis

Am Ende der Praxistage sei ein ganz besonderes Phänomen zu verfolgen: "Die Jungfischer tauschen mit den Aufsichtsorganen und den erfahrenen Fischern ihre Handynummern aus, um in den folgenden Monaten gemeinsam zu fischen. So wachsen die Schüler langsam in die Fischerrunden hinein und sammeln die notwendigen Erfahrungen", ist Bodner begeistert.

Neue Leidenschaft entdeckt

Vier Schüler des ersten Jahrganges sind heuer bereits ganz professionell unterwegs. Jeder hat auf ein Boot gespart, ist im Besitz der Kombikarte (berechtigt zum Fischen in den Lehen des Fischereiverbandes und der Lehen Soravia) und lässt sich die letzten Feinheiten von den Aufsichtsorganen und „alten Hasen“ am See zeigen. "Die Ausbeute der Jungen lässt sich sehen: große Barsche und Hechte sind begehrte Beute", schließt er.
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