08.07.2016, 09:45 Uhr

Volksschule West: Montessori-Zweig in Gefahr?

In der Volksschule West gibt es vier Montessori-Klassen

Eltern sehen bei neuer Raumaufteilung Montessori-Konzept untergraben.

SPITTAL (ven). Kurz vor Schulschluss gibt es in der Volksschule West noch großen Wirbel. Wegen der Ganztägigen Schulform (GTS) mit Nachmittagsbetreuung, die ab Herbst angeboten wird, sollen die Klassen räumlich neu im Gebäude aufgeteilt werden. Sehr zum Missfallen der Eltern von Kindern, die die Montessori-Klassen in der Schule besuchen.

Neue Raumaufteilung

Grund für den Aufruhr ist ein Elternbrief von Direktorin Johanna Rauter-Verdianz, in dem sie über die neue räumliche Aufteilung informiert. Bisher waren die vier Montessori-Klassen in einem Trakt untergebracht, nun sollen die jeweils ersten bis zur vierten Klassen traktweise zusammengefasst werden. "Das bedeutet das Aus für das Montessori-Konzept", so die erbosten Eltern, die auch mit dem Zeitpunkt der Information - kurz vor Schulschluss - nicht einverstanden sind. "Man kann das Konzept nicht mit anderen Bereichen vermischen", so der Tenor. Hier gehe der Grundgedanke des Montessori-Konzeptes verloren und es werde über den Rücken der Eltern hinweg entschieden. Derzeit werde nämlich im Trakt alters- und klassenübergreifend gearbeitet und gelernt, Materialien ausgetauscht. "Die Gemeinschaft der Kinder wird zerstört", so die Eltern, die deswegen auch bei Bürgermeister Gerhard Pirih vorstellig werden wollen.

"Konzept nach wie vor möglich"

Direktorin Rauter-Verdianz entkräftet die Vorwürfe: "Es geht hier nur um die räumliche Aufteilung. Als Leiterin der VS West stehe ich zu jedem Schwerpunkt unserer Schule und ich sehe die Vielfalt, das Miteinander und die gegenseitige Inspiration als große Chance für eine gelebte Friedenspädagogik und in weiterer Folge als Lernen fürs Leben. Wir sind alle gleich wichtig und gleich viel wert. Auch der schulstufenübergreifende Unterricht wird nach wie vor möglich sein und durchgeführt werden." So sollen zum Beispiel vor den Klassenräumen auch offene Lernräume hergerichtet werden. "Es war nie von mir angedacht oder beabsichtigt, das Montessori-Konzept zu untergraben oder zu zerstören", so die Direktorin, die sich auch mit Vorwürfen von drei der vier Montessori-Lehrern konfrontiert sieht. Sie könne diese absolut nicht nachvollziehen, es gehe schließlich nur um die neue Aufteilung der Räume, damit die Nachmittagsbetreuung zwei Lern- und Arbeitsräume sowie einen Ruhe- und Rückzugsraum erhält. "Das Lernen soll ja nicht nur in den Klassen statt finden, ich möchte das offene Lernen im gesamten Haus etablieren."

Kurz vor Schulschluss

Zum - zeitlich für die Eltern unglücklichen - Ablauf sagt sie: "Das Konzept ist erst jetzt zu Schuljahresende entstanden, die Montessori-Lehrer wissen davon bereits seit drei Wochen, ich habe auch mit ihnen das Gespräch gesucht. Die Planung für die Nachmittagsbetreuung sei auch erst jetzt mit der Gemeinde koordiniert worden, es sei früher einfach nicht möglich gewesen.
"Veränderung bestimmt das Leben und ich schlage vor, wir sehen uns die neuen Abläufe erst einmal an", schließt die Schulleiterin.
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