17.03.2016, 15:00 Uhr

Schach und matt seit 30 Jahren

Die Kinder des HSV mit Obmann Werner Angerer (Mitte) und Trainer Lothar Zaske (rechts)

Der Schachverein des HSV holt seit 30 Jahren Titel bei Meisterschaften nach Spittal.

SPITTAL (ven). Das einstige "Spiel der Könige", das heute immer noch Jung und Alt begeistert, erlebt ein Revival. Die Sektion des Heeressportvereines Spittal (HSV) muss sich um den Nachwuchs keine Sorgen machen und feiert sein 30-Jahr-Jubiläum.

In Kaserne entstanden

Entstanden ist der Verein in der Kaserne vom Kaderpersonal. "Wir waren damals acht Spieler", so der Obmann Werner Angerer, der 1962 eingerückt ist. "Von den Führungskräften war das ja fast verpönt, denn es war ja kein 'Sport'. Erst seit 2008 ist Schach als Sport offiziell anerkannt." Der SGS hatte damals einen namhaften Verein und sich mit der Jugendarbeit langsam hochgearbeitet, doch 2007 wurde die Sektion des SGS stillgelegt, da er zu wenig Nachwuchs vorweisen konnte. "Wir hatten damals bereits zehn Kinder und arbeiteten von Anfang an ehrenamtlich", so Angerer. 1986 meldete er den Verein beim Kärntner Schachverband an, der jetzige Trainer Lothar Zaske war schon damals mit von der Partie.
Derzeit sind neben zehn Kindern und Jugendliche (bis 20 Jahre) auch 20 Erwachsene im Spielbetrieb. "Bei Kindern ist es schwierig, die sind oft nur relativ kurz da und verlieren nach zwei-drei Monaten oft das Interesse. Umso mehr freut es uns, wenn viele bleiben und weitertrainieren." Um die Jugend müsse man sich eben kümmern, sagt er.

Schachmeisterschaften in Spittal

Da das Geld zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebes oft knapp ist, organisiert Angerer seit 2009 die Spittaler Schachmeisterschaften. 2015 nahmen daran 38 Erwachsene und 14 Kinder aus dem ganzen Bundesland teil. "Die Teilnehmer sind auch Elo-gewertet, das beschreibt die Spielstärke", erklärt er.

Jüngster acht, ältester 90

Seit 2010 trainiert der Verein im Keller der Volksschule West in Spittal, jeden Mittwoch wird getüftelt und versucht, den Gegner matt zu setzen. Der jüngste Spieler im Verein ist acht Jahre alt, der älteste, Peter Grasser, ist 90 Jahre alt. Trainiert wird nach der sogenannten "Stufenmethode", insgesamt gibt es sechs davon.

Zweiter Platz in Sicht

Derzeit läuft der Jugendteamwettbewerb, zwischen September und April wird an acht Tagen in ganz Kärnten gespielt. Angerer überlegt, für die "Oberländer" ein eigenes Turnier in Spittal zu machen, damit die Kinder nicht quer durch Kärnten fahren müssen. "Immer ein immenser organisatorischer Aufwand", sagt er. Seine Jugendlichen belegen bei den Turnieren aber immer Spitzenplätze. "2015 erreichte Janine Amlacher bei der Schnellschach-Landesmeisterschaft bei den Mädchen U14 den 2. Platz, Jonas Jaritz bei den Buben U10 den 3. Platz. Bei den Österreich-Meisterschaften gelang Amlacher bei den Mädchen U14 der 5. Rang", ist Angerer stolz. Derzeit halten seine Spieler beim Jugendteambewerb den 3. Platz, "vielleicht geht sich ja noch ein zweiter aus", hofft er.

Viel Training nötig

Für Angerer ist ein guter Schachspieler einer, den zuhause der Ehrgeiz packt und der trainiert. "Wir können hier nur die Regeln beibringen. Der Großmeister Markus Ragger zum Beispiel trainiert täglich sechs bis acht Stunden."

Zur Sache:

Verein: HSV Spittal
Obmann: Werner Angerer
Gegründet: 1986
Spieler: 20 Erwachsene, zehn Kinder, davon zwei Mädchen
Ältester Spieler: 90 Jahre alt
Jüngster Spieler: Acht Jahre alt

Mehr zu den Erfolgen des HSV Spittal lesen Sie hier.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.