23.04.2016, 17:30 Uhr

Mit 50-Euro-Blüten zum Frequency

Auch Staatsanwalt Michael Lindenbauer verwies auf die Unbescholtenheit sowie das reumütige Geständnis des Studenten. (Foto: Probst)
ST. PÖLTEN (ip). Über „Darknet“ gelangte ein 23-jähriger Student aus Deutschland auf Seiten, in denen gefälschte Geldscheine angeboten werden. Er bestellte 70 Stück Fünfzigerblüten und bezahlte auf einem nicht nachvollziehbaren Weg 350 Euro dafür.
„Da kann´s untergehen, da fällt´s nicht so auf“, meinte die St. Pöltner Richterin Doris Wais-Pfeffer zu dem Entschluss des Burschen, etwa die Hälfte der Blüten 2015 zum Frequency nach St. Pölten mitzunehmen. Mit zwei Scheinen kaufte der Student Kleinigkeiten, um sauberes Wechselgeld zu erhalten. Beim Eingang fiel einem Security-Mitarbeiter die prall gefüllte Geldbörse des Festbesuchers auf. So landete der Deutsche wegen Geldfälschung vor Gericht.

Nichts beschönigend wies Staatsanwalt Michael Lindenbauer dennoch auf zwei wesentliche Milderungsgründe für das Strafmaß, das von einem bis zu zehn Jahren beträgt, hin. Ebenso wie Verteidigerin Maria Strohmayer hob er die bisherige Unbescholtenheit sowie das reumütige Geständnis des Studenten hervor. Darauf Bedacht nehmend verurteilte Wais-Pfeffer den Angeklagten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Wie ein Gutachten der Nationalbank bestätigte, waren die Fälschungen durchaus zur Täuschung geeignet.
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